Die besten Geschichten schreibt das Leben. Und ich schreibe mit.

Donnerstag, 22. Juni 2017

Musik: Father John Misty - Pure comedy

























Orchestraler Comedy-Kammerpop. 

Father John Mistys drittes Album "Pure comedy" erschien bereits vor einigen Wochen. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung hatte ich mich schon mit diesem befasst, aber es ging neben anderen Alben unter. Als ich nun "Crack-up" der Fleet Foxes hörte, kam mir "Pure comedy" wieder in den Sinn. Während der Aufnahmen und Tour zu "Helplessness blues" agierte Josh Tillman aka Father John Misty als Schlagzeuger der Band. 2012 verließ er sie wieder. Im gleichen Jahr erschien sein Debüt unter dem Pseudonym Father John Misty. Vorher hatte er bereits acht Platten als J Tillman veröffentlicht. 

Als Father John Misty lässt er seiner Kreativität freien Lauf. Das Vorgängerwerk "I love you honeybear" war ein sehr vielseitiges Werk. Es bedurfte der Interpretation als Konzeptalbum, um eine Klammer zu erkennen. "Pure comedy" benötigt diesen Kunstgriff nicht. Erschien mir Tillmans Stimme auf dem Vorgänger zu glatt und austauschbar, macht sie im Kontext von "Pure comedy" mehr Sinn. Die prägenden Stilelemente sind Kammerpop und orchestrale Arrangements. Dazu passt seine Stimme gut. Verknüpft mit der Idee, dass es sich auch ein Stück weit um "Comedy" handelt ist das Gesamtwerk ein Gegenentwurf zum verkopften Indiefolk seiner Ex-Band.  

Über Albumlänge macht mich "Pure comedy" wegen der fehlenden Ecken und Kanten unruhig bis aggressiv. Man ist ja auch Spieldauern über 70 Minuten kaum noch gewohnt. In kleineren Dosen kann ich "Pure comedy" als Abwechslung empfehlen. "Total entertainment forever", "Ballad of the dying man", "Leaving LA", "Smoochi" und "So I'm growing old on Magic Mountain" sind für mich die besten Titel auf "Pure comedy". 

Das Video zu Titelsong:


"Total entertainment forever":


Zum Album wurde auch ein Kurzfilm veröffentlicht:


"Pure comedy" ist:

Bartmäßig verändert aber weiterhin bedenklich:

Mittwoch, 21. Juni 2017

Song: Haim - Little of your love

Am 07.07. wird Haims Zweitwerk "Something to tell you" erscheinen. Vorab gibt es mit "Little of your love" eine weitere Single:

Dienstag, 20. Juni 2017

Musik: Fleet Foxes - Crack-up

























Anspruch, Folk und Pop. In dieser Reihenfolge.  

Ist es ein allgemeiner Trend oder nur der Einfluss Bon Ivers? Justin Vernon gab sich Mühe, sein aktuelles Album "22, A million" möglichst schwer hörbar zu machen. Bei James Vincent McMorrows "True care" stellte ich eine ähnliche Tendenz fest. Und nun erscheint nach sechs Jahren das dritte Album der Fleet Foxes und eingängige Ohrenschmeichler wie "White winter hymnal", "Your protector", "Blue ridge mountains" oder "Mykonos" suchte ich darauf vergeblich. So einfach wie zu Beginn ihrer Karriere macht es die Band um Robin Pecknold den Hörern nicht mehr. 

Statt dessen werden die Beach Boys-Melodien und die heimelige Folk-Stimmung hinter stellenweise ausufernden Arrangements versteckt. Falls es "Post-Folk" als Kategorie noch nicht gab, für solche Musik sollte man sie nutzen dürfen. Den Weg dorthin wies bereits der Titel "The shrine / an argument" auf dem Vorgänger "Helplessness blues". "Crack-up" setzt die "Verkopfung" der Musik der Band aus Seattle fort. Durch den Vergleich mit "Crack-up" gefällt mir "Helplessness blues" nun sogar besser, als zum Zeitpunkt der Veröffentlichung. Vielleicht ergeht es mir mit "Crack-up" irgendwann ähnlich. 

"Crack-up" ist ein gutes Album, aber beim nächsten Album sollten die Fleet Foxes wieder etwas mehr das Herz als den Kopf einsetzen. Meine Empfehlungen sind "Cassius,-", "Third of May / Ōdaigahara" und "Fool's errand". 

Das Video zu "Fool's errand":


"Third of May / Ōdaigahara":


Im Herbst besucht die Band Deutschland:
  • 12.11. Hamburg
  • 13.11. Berlin
  • 01.12. Köln
"Crack-up" ist:

Montag, 19. Juni 2017

Konzert aus der Konserve: Kate Tempest@Maifeld Derby, 2017

Für Kate Tempest hätte ich beinahe das Maifeld Derby besucht. Doch auch der Mitschnitt macht Spaß und ist hiermit wärmstens empfohlen:

Sonntag, 18. Juni 2017

Buch: Maja Lunde - Die Geschichte der Bienen

























Aktuell und subtil beängstigend.

"Die Geschichte der Bienen" wird in drei Handlungssträngen erzählt. Der kleinste gemeinsame Nenner zwischen England im Jahr 1852, USA (2007) und China (2098) ist zu Beginn allein die Verbindung zu Bienen. Wobei bei der Geschichte im China der Zukunft ohne die nützlichen Lebewesen auskommen muss. In dieser düsteren Vision wird geschildert, wie ein Leben ohne Bienen aussehen könnte. Vor allem die Aussicht, dass deren "Dienste" von Menschen übernommen werden müssen, ist bedrückend. Zu den drei Strängen möchte ich gar nicht mehr verraten, außer dass sie am Ende doch zueinander finden. 

Etwas herausfordernd aber vor allem spannend ist die Erzählweise: Die drei Stränge werden in loser Reihenfolge fortgeführt. Kurz nachdem man sich in einem neuen Kapitel wieder auf das Schicksal eines der Protagonisten eingestellt hat, folgt auch schon der Cliffhanger und die Perspektive wird geändert. Der flüssige und packende Schreibstil macht es schwer, das Buch am Ende eines Kapitels aus der Hand zu legen. 

Maja Lunde schrieb in der Vergangenheit Dreh-, Kinder- und Jugendbücher. "Die Geschichte der Bienen" ist ihr erster Roman für Erwachsene und in ihrer norwegischen Heimat überaus erfolgreich. Und dieser Erfolg setzt sich nun in vielen Ländern fort. 

Das Thema ist hochaktuell. Über Bienensterben in teils bedrohlichem Umfang wird regelmäßig berichtet. Einige Anhaltspunkte für die Ursachen gibt es, aber ein eindeutiges Bild oder gar wirkungsvolle Gegenmaßnahmen ergaben sich bislang aber leider nicht. Die Bedrohung durch das Bienensterben schwingt vor allem in der in China angesiedelten Geschichte ständig mit, gerät aber nie zu mahnend in den Vordergrund. Maja Lunde hat eine wichtiges Thema unterhaltsam aber trotzdem wirkungsvoll in diesem Roman verpackt. 

Samstag, 17. Juni 2017

Musik: Chastity Belt - I used to spend so much time alone

























Unscheinbar. 

Der Promotext zu "I used to spend so much time alone" schildert die folgende Situation: Julia Shapiro, Gretchen Grimm, Lydia Lund und Annie Truscott, also die Musikerinnen hinter Chastity Belt, vertrieben sich die Zeit um Tourbus, indem sie sich hemmungslos gegenseitig Komplimente machten. Ähnlich harmonische ging es wahrscheinlich auch bei den Aufnahmen des aktuellen Albums zu, denn das Ergebnis ist überaus harmonisch und leider auch weitgehend beliebig geraten. Melancholische Texte, vorgetragen als Shoegaze-verhuschter oder Dreampop-gesäuselter Gesang vergällt mir die Indierock- bzw. Post-Punk-Basis darunter. Produziert wurde von "I used to spend so much time alone" von Wire-Gitarrist Matthew Simms. 

"5am", "Caught in a lie", "This time of night" und "It's obvious" können mich zumindest ansatzweise überzeugen. Dieses dritte Album der Band aus Walla Walla (im US-Staat Washington) soll ihr bislang bestes sein und Intro empfiehlt es traurigen Teenagern. Vielleicht gehöre ich einfach nicht zur Zielgruppe.  

Kaum zu glauben, dass dieses Video zu "Different now" mit seiner Anlehnung an "Hunger strike" bereits vor Chris Cornells Tod veröffentlicht wurde:


"Used to spend":


Die Tour führt die Damen in diese deutschen Städte:

  • 16.09. Köln
  • 17.09. Berlin

"I used to spend so much time alone" ist:

Freitag, 16. Juni 2017

Film: Wonder Woman

























Ein Wunder.... dass ich wach geblieben bin.

Grundsätzlich fand ich Wonder Woman als Figur nicht interessant. In "Batman vs Superman" hatte sie es aber leicht, als relativer Höhepunkt zu glänzen. Die ersten Kritiken zu "Wonder Woman" waren nicht so schlecht, da ließ ich mich zu einem Kinobesuch verleiten.

Der Film erzählt Wonder Womans Vorgeschichte und bereitet den Zuschauer auf "Justice League" vor. Im ersten Teil des Films geht es auf die Amazoneninsel. Das ist noch relativ gut gelungen, nur die amtierende US-Präsidentin (Spoiler zur aktuellen "House Of Cards"-Staffel) als Generalin der Amazonen-Armee irritierte etwas. Als es dann in die Jahre des ersten Weltkriegs nach London geht, versucht der Film lustig zu werden. Das klappt in wenigen Szenen. Anschließend wechseln sich lange Phasen der Langweile mit überzeichneten Action-Sequenzen ab.  

Wer sich brennend für Wonder Womans Vorgeschichte interessiert, kann sich "Wonder Woman" antun. Ansonsten reicht m. E. das Wissen, dass die Dame halt fliegen kann und sich mit Schwert, Schild und Peitsche bewaffnet. 

Donnerstag, 15. Juni 2017

Früher liefen solche Sachen im Musikfernsehen: Dan Auerbach - Shine on me

Ein "alternativer" Sommer-Hit: Dan Auerbach mit "Shine on me". Für den Song hat sogar Mark Knopfler seine Gitarre aus dem Koffer geholt.

Mittwoch, 14. Juni 2017

Seenmonat

Mecklenburgische Seenplatte, Ostsee... da fehlte doch noch was! Nordsee. War auch schön. Und eher "Meer" als "See".