Die besten Geschichten schreibt das Leben. Und ich schreibe mit.

Dienstag, 23. Mai 2017

Echt nah dran

Gestern haben sich Führungskräfte der deutschen Bahn unter das gemeine Reisevolk gemischt. Durch Befragungen sollte die Stimmung eingefangen und durch nette Gesten und Rosen selbige gesteigert werden. 

Eine große Ansammlung der offensichtlich motivierten und durch einheitliche Kleidung gekennzeichneten Teilnehmer der Aktion zeigte sich am ICE Bahnhof des Frankfurter Flughafens. 


Da kam es dann zu lustigen Situationen. An den Zugtüren buhlten gleiche mehrere Bahnmitarbeiter um Passagiere, deren Koffer sie in den oder aus dem Zug wuchten durften. Und ein Schaffner wurde gleich von mehreren Kollegen gefragt, warum er nicht auf helfen würde. Er konnte sich auf eine Schulterverletzung berufen...

Mit wurde eine Rose geschenkt. Mein Einwand, dass ich sie auf der Reise nicht recht würdigen könne wurde mit "Dann schenken Sie sie eben einer Frau im Zug." Die Rezeptionistin in meinem Hotel hat sich gefreut. 

Montag, 22. Mai 2017

Musik: Fazerdaze - Morningside

























So entspannt wie Neuseeland. 

Indierock, Pop (auch in der verträumten Beach House-Variante), Lo-Fi, Synthies und Shoegaze sind die Zutaten, mit denen Amelia Murray aka Fazerdaze experimentiert. Die gleichnamige EP erschien im Jahr 2014 und nun folgte das Debütalbum "Morningside". Es klingt so schön und entspannt, wie man sich die neuseeländische Heimat der Sängerin vorstellt. Echte Abenteuer bietet "Morningside" nicht, aber eine nette Wohlfühlatmosphäre. 

"Last to sleep", "Friends" und "Half-figured" sind meine Anspieltipps für "Morningside". Ein Video gibt es zu dem Titel "Little uneasy":

"Shoulders":


Fazerdaze werden am 27.05. auf dem "Immergut Festival" in Neustrelitz auftreten. Ich kann mir gut vorstellen, dass die Songs in Verbindung mit lauen Sommerabenden auf entspannten Festivals gut funktionieren werden.  

"Morningside" ist:

Sonntag, 21. Mai 2017

Buch: Kanae Minato - Geständnisse

























Subtile Spannung durch "alternative Fakten" und Abgründe. Toll. 

Da brauchte es fast zehn Jahre, einen Buchpreis, einen Film und eine englische Übersetzung, bis es ein lesenswerter Roman auch in deutschen Regale oder auf e-Reader schaffte. Grundsätzlich mag ich Romane japanischer Autoren, die Andersartigkeit des Lebens und Denkens in dem Land sind gute Voraussetzungen für herausfordernde oder zumindest andersartige Leseerlebnisse. Und darüber hinaus werde ich an meinen Besuch vor Ort vor einigen Jahren immer wieder gerne erinnert. 

"Geständnisse" beginnt recht harmlos, kommt aber dann mit der Geschichte über den Tod der kleinen Tochter einer Lehrerin und der Tatsache, dass deren Mörder aus der Klasse der Lehrerin stammen recht flott zum Punkt. Unterrichtet wird der Leser darüber aus Perspektive der Lehrerin, welche diese ihrer Klasse erzählt. Als wäre das nicht schon genug, setzt die Lehrerin ihre Schüler auch noch darüber in Kenntnis, dass sie sie Bestrafung der Mörder selbst vorgenommen hat, indem sie die bereits konsumierte Milch der beiden Jungen mit dem Blut eines HIV-Infizierten vermischt hat. Und nun kommt die wirkliche Überraschung des Buchs: Die Kenntnis dieser Ausgangslage stellt für den Leser keinen Spoiler dar. 

Die folgenden Kapitel knüpfen an diese Situation an und fügen durch geschickte Perspektivwechsel neue Tatsachen oder zumindest Interpretation hinzu. Im zweiten Kapitel berichtet eine Schülerin der Klasse in Form eines Briefs an die Lehrerin über die Vorkommnisse, die sich nach der Offenbarung in der Klasse abspielen. Im folgenden Kapitel kommt dann die Schwester eines der Mörder und dessen Mutter in Form von Tagebucheinträgen zu Wort. Später übernehmen die beiden Mörder selbst die Schilderung. 

Zwei Muster zeichnen sich ab: Gegen Ende der Kapitel kommt jeweils noch ein "Hammer" und über den Roman wird alles immer noch einen Tick schlimmer. Selten fühlte ich mich so subtil an menschliche Abgründe herangeführt. 

Die Japanerin Kanae Minato hat seit 2008 bereits 14 Romane veröffentlicht. "Geständnisse" war ihr Debüt und es macht mich sehr neugierig auf weitere ihrer Werke oder des Genres, welches in ihrer Heimat als "Iyamisu" bezeichnet wird und die dunkle Seite der Menschen als prägendes Element nutzt. 

"Geständnisse" ist ein toller Thriller und absolut lesenswert. 

Samstag, 20. Mai 2017

Ausstellung: Comics! Mangas! Graphic Novels!@Bundeskunsthalle, Bonn















Bonns Bundeskunsthalle kannte ich bislang nur vom "Simon, die alte Frau van Cleef und ich"-Festival im Jahr 2006. Eine Regenphase und der im Rahmen des Festivals freie Eintritt verschlugen mich in eine Sammlung moderner Kunst. Das brauchte es einige Jahre und nun die Comics! Mangas! Graphic Novels!-Ausstellung, um mich wieder neugierig zu machen.

Besagte Ausstellung wird als die bislang umfangreichste Sammlung dieses Genres in Deutschland beworben und viel mehr darf m. E. auch gar nicht mehr aufgefahren werden. Nach meinem gut zweistündigen Besuch war ich erschlagen. Von den Ursprüngen der Comics in amerikanischen Zeitungen über die unvermeidlichen Superhelden und europäische Ausprägungen  bis zu Graphic Novels sowie Mangas ist alles dabei, wenn auch mein Superheld "Asterix" etwas kurz kam. Die Ausstellung ist sehenswert und man kann dort sicher auch drei bis vier Stunden verbringen. 

Die Form der Ausstellung ist natürlich weitgehend vorgegeben: Comics werden in Auszügen gezeigt, erläuternde Tafeln liefern Hintergründe. An drei Stationen kann man mit Ocolus Rift in VR-Welten reinschnuppern, ansonsten hält sich der Multimedia-Firlefanz erfreulicherweise in Grenzen. 

Nun ist es passiert: Ich habe das Label "Ausstellung" erstellt.

Donnerstag, 18. Mai 2017

Outshined

Er hat einige überstrahlt.

Mittwoch, 17. Mai 2017

Früher liefen solche Sachen im Musikfernsehen: Thurston Moore - Aphrodite

Zum Song "Aphrodite" aus Thurston Moores "Rock n roll consciousness" gibt es nun auch ein Video:

Dienstag, 16. Mai 2017

Vorhören: The Mountain Goats - Goths

Der Song "Rain in SoHo" hat es bereits in meine Liste der Songs 2017 geschafft. Das Album wird Ende der Woche erscheinen. Ich bin gespannt. Vorab gibt es den Stream schon jetzt.

Montag, 15. Mai 2017

Musik: At The Drive-In - In•ter a•li•a

























2002 wäre das Album eine mittlere Enttäuschung gewesen. Heute nicht.  

"Relationship of command" tauchte in vielen Jahresbestenlisten des Jahres 2000 auf. Die Reichweite des Albums wurde erst später klar, als dieser Post-Hardcore-Kracher immer wieder als Referenz genannt wurde. Zu diesem Zeitpunkt war At The Drive-In bereits in The Mars Volta und Sparta zerfallen. Um das Jahr 2010 fand die Band wieder zusammen. So recht klappte es aber nicht mit der Chemie und so war 2012 wieder Schluss. Anscheinend als Therapie gründeten die beiden Protagonisten Omar Rodríguez-López und Cedric Bixler-Zavala die Band Antemasque. Deren gleichnamiges Debüt war ein solides Alternative-Album aber kein Ersatz für At The Drive-In.

Nun erschien nach 17 Jahren mit "In•ter a•li•a" der Nachfolger von "Relationship of command". Langzeit-Mitglied und Sparta-Gründer Jim Ward ist nicht mehr dabei, an seine Stelle tritt Sparta-Gitarrist Keeley Davis. "In•ter a•li•a" ist Post-Hardcode, (Art) Punk und Alternative. Hätte At The Drive-In dieses Album im Jahr 2002 veröffentlicht, wäre es Abklatsch des starken "Relationship of command" bezeichnet worden. Im Jahr 2017 ist es ein gutes Album und ein souveräner Rückblick auf die Stärken der Band. Alles richtig gemacht. 

"In•ter a•li•a" ist sehr homogen geraten. Der Song "Ghost-tape no. 9" fällt auf, weil er der relative Ruhepol des Albums ist. Generell klingt "In•ter a•li•a" in meinen Ohren weniger hektisch und daher hörbarer ist als "Relationship of command". Ungeheuer kraftvoll klingt dieses Comeback trotzdem. 

Das Video zu "Hostage stamps":

"Incurably innocent":

Für den 23.08. ist ein Konzert der Band in München angekündigt.

"In•ter a•li•a" ist:

Sonntag, 14. Mai 2017

Früher liefen solche Sachen im Musikfernsehen: Offa Rex - Queen of hearts

Die englische Folk-Sängerin Olivia Chaney hat sich mit den Decemberists zusammengefunden und das Ergebnis sind ein Projekt namens Offa Rex und dieser tolle Song:


Das gleichnamige Album wird im Juni erscheinen.