Die besten Geschichten schreibt das Leben. Und ich schreibe mit.

Dienstag, 19. September 2017

Früher liefen solche Sachen im Musikfernsehen: Björk - The gate

Björks neues Album kommt bald, vorab gibt es dieses Video. Björk halt.

Montag, 18. September 2017

Sonntag, 17. September 2017

Musik: Angus & Julia Stone - Snow
























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Für das letzte Album der Stone-Geschwister hatte ich deren kombinierte Diskographie zusammengestellt. Aus Anlass der Veröffentlichung des zweiten gemeinsamen Machwerks "Snow" führe ich diese gerne fort:
  • “A book like this” – Angus & Julia Stone (2007)
  • “Smoking gun” – Angus Stone als Lady Of The Sunshine (2009)
  • “Down the way” – Angus & Julia Stone (2010)
  • “The memory machine” – Julia Stone (2010)
  • “By the horns” – Julia Stone (2012)
  • “Broken brights” – Angus Stone (2012)
  • “Angus & Julia Stone” – Angus & Julia Stone (2014)
  • "Honey bones" - Angus Stone als Dope Lemon (2016)
  • "Snow" - Angus & Julia Stone (2017)
Viel ist bei den beiden in den letzten Jahren also nicht gelaufen. Der Erfolg der gemeinsamen Anstrengungen als Angus & Julia Stone begünstigt wahrscheinlich die Konzentration auf selbige. Rick Rubins Rat zur engeren Zusammenarbeit war vielleicht tatsächlich der Schüssel dazu. Dem Konzept blieben die beiden auch für "Snow" treu. Statt einzelner Titel schrieben sie alle Songs gemeinsam. Acht Wochen verbrachten die Geschwister dafür alleine in einem Landhaus in der australischen Heimat. Entsprechend intim und intensiv klingt das Ergebnis. Erfreulicherweise wurde daraus aber keine introvertierte Folk-Platte, sondern ein vielseitiges Indie-Album. Es lebt vom Kontrast und gleichzeitig vom harmonischen Zusammenspiel der beiden Stimmen. Angus steht dabei etwas im Vordergrund, während Julia vornehmlich Harmonien und eine laszive Stimmung beisteuert.

Meine Favoriten sind "Snow", "Oakwood", "Cellar door" und "My house your house". 

Das Video zu "Chateau":


Und das zum Titelsong:


Die Stones live:
  • 11.10. Köln
  • 13.10. Stuttgart
  • 29.10. Wiesbaden
  • 30.10. Berlin
  • 03.11. München
  • 05.11. Hamburg
"Snow" klingt nach:


Samstag, 16. September 2017

Musik: Prophets Of Rage - Prophets of rage
























Rage Against The Machine + Public Enemy + Cypress Hill = Prophets Of Rage. 

Der Einfluss Rage Against The Machines wirft lange Schatten. Nach Zack de la Rochas Ausstieg wurde der Mythos in Form von Audioslave mit Chris Cornell wiederbelebt und nun, 17 Jahre nach der ersten Auflösung der Band, wird das Konzept mit Mitgliedern von Public Enemy und Cypress Hill erneut bemüht. Und wenig überraschend klingt das Ergebnis wie eine Mischung aus Rage Against The Machine, Public Enemy und Cypress Hill. 

Zum Ausdruck von Wut eignet sich die Kombination aus Metal/Alternative und Rap offensichtlich hervorragend. Und es ergeben sich immer wieder politische und gesellschaftliche Situationen in den USA, welche diese Wut (auch) unter Musikern offenbar befeuern. Rage Against The Machine und Body Count wurden während George Bushs Präsidentschaft gegründet. Zur Wiedervereinigung Rage Against The Machines kam es in der zweiten Amtsperiode George W. Bushs und nun unter Donald Trump lieferte Body Count mit "Bloodlust" ein starkes Album ab und die Prophets Of Rage treten in die Fußstapfen Rage Against The Machines. Trotz der großen Namen Chuck D. und B-Real aus der Rap-Fraktion vermisst man Zack de la Rochas verbale Attacken stellenweise. Trotzdem liefert "Prophets of rage" solide das, was Fans der frei Bands erwarten. Das Ergebnis entspricht weitgehend der Summe der Teile. 

"Unfuck the world", "Strength in numbers" und "Hands up" sind die Höhepunkt des Albums. "Take me higher" fällt als funkigste Nummer auf. 

Das Video zu "Living on the 110":


"Unfuck the world":


Am 15.11. wird die Truppe in Düsseldorf auftreten.

"Prophets of rage" klingt nach:

Freitag, 15. September 2017

Früher liefen solche Sachen im Musikfernsehen: Kate Tempest - Tunnel vision

Für den Mercury Prize hat es für Kate Tempest nicht gereicht, aber ihr neues Video zu "Tunnel vision" schafft es locker hierhin:




Donnerstag, 14. September 2017

Musik: The Knife - Live at Terminal 5
























"Without you my life would be boooring."

The Knife waren schon immer eher ein Gesamtkunstwerk als eine Band. Die Show zum Album "Silent shout" wurde korrekterweise als "An Audio Visual Experience bezeichnet. Mit "Tomorrow, in a year" veröffentlichte die Band anschließend so eine Art Oper / Tanztheater, die live gut funktionierte. Das letzte Album der Band war "Shaking the habitual" im Jahr 2013. Die Tour dazu hatte also einen Ruf zu verteidigen. Als Vermächtnis (es ist aktuell nicht bekannt, dass von den Geschwistern Dreijer neue Musik als The Knife erscheinen wird) wird nun mit "Live at Terminal 5" die Aufnahme der New Yorker Aufführung im Rahmen der "Shaking the habitual"-Tour aus dem Jahr 2014 veröffentlicht. 

Die Songauswahl "Live at Terminal 5" berücksichtigt die ersten beiden Alben der Band mit jeweils einem Song, "Silent shout" ist mit drei Titeln vertreten und der Schwerpunkt liegt mit sieben Beiträgen auf "Shaking the habitual". Als besonderes Schmankerl wird noch das Gedicht "Collective body opossum" des Autors Jess Arndt vorgetragen.

Im Mittelpunkt dieses Kunstwerks steht die tänzerische Umsetzung. Diese finde ich gelungen. Der 80er Jahre Aerobic-Video-Stil passt vor allem zu den Songs mit treibenden Rhythmen. Gegen Ende der Vorstellung wirkt der Gesang etwas kurzatmig, aber unter Berücksichtigung der Tanzeinlagen ist das mehr als verständlich.    

Drei der während der Show genutzten und einzigartigen Instrumente ("The bell", "The harp" und "The cone") werden aktuell von der Band für einen wohltätigen Zweck versteigert. Im Video zu "Live at Terminal 5" sind die Instrumente im Einsatz:



"Live at Terminal 5" gibt es in diversen Formaten. Echte Fans kaufen dazu natürlich das Buch und den Sportbeutel.

Die Songs auf "Live at Terminal 5" stammen von:



Mittwoch, 13. September 2017

Musik: Zola Jesus - Okovi
























Dramatisch und düster. 


Die Anzahl der bei Wikipedia zu Künstlern hinterlegten Musikgenres ist für mich immer wieder ein Quell der Überraschungen. Zola Jesus hätte ich bislang profan als Mischung aus Synth-Pop, Electro und Goth bezeichnet. Wikipedia bemüht allerdings die Bezeichnung "Hypnagogic Pop". Schaut selbst, was das sein soll. 

Hinter Zola Jesus steckt Nicole Hummel oder auch Nika Roza Danilova, man weiß nicht so richtig. Auf jeden Fall lebt sie in den USA. Ihre ersten drei Alben erfuhren durchaus Interesse bei Hörern und Kritikern. Nach einem kurzen Ausflug zu Mute Records für das vierte Album "Taiga" ist Zola Jesus wieder bei Sacred Bones Records gelandet. Die relativen Charterfolge des dritten Albums "Conatus" konnte Frau Hummel nicht wiederholen oder gar toppen. Dafür war "Taiga" einfach zu uninspiriert und mehr "Tundra" statt "Taiga". 

Das fünfte Album "Okovi" liefert mit seinem Namen erfreulicherweise wieder das Bild für Vergleiche: Das Wort steht für "Fesseln". Der Goth-affine Hörer wird die Stimmung des Albums gerne nutzen, um sich von selbiger fesseln zu lassen. Gleichzeit bekennt sich Zola Jesus auch wieder zu den Fesseln, die sie sich mit den ersten Alben angelegt hat. Der Fluchtversuch mit "Taiga" ist kläglich gescheitert. 

Für mich ist "Okovi" eine Mischung aus Synth-Pop, Electro und Goth und gelungener als der Vorgänger. Die Originalität und trotz aller Depressionen auch die Tiefe von "Conatus" werden allerdings nicht erreicht. "Soak", "Veka" und "Wiseblood" sind meine Empfehlungen darauf. 

Das Video zu "Soak":


Natürlich darf ein Song zum Thema "Exhumierung" nicht fehlen:


Zola Jesus' Tourdaten:

  • 28.10. Köln
  • 20.11. Nürnberg
  • 22.11. Berlin
  • 23.11. Leipzig
  • 25.11. Frankfurt
  • 29.11. Hamburg
"Okovi" ist:

Dienstag, 12. September 2017

Musik: LCD Soundsystem - American dream
























Weder Comeback noch Musik überraschen. 

Wäre dieses Album vor fünf Jahren erschienen, wäre es eben ein weiteres LCD Soundsystem-Album gewesen. So ist es aber das Comeback-Album, nachdem James Murphy im Jahr 2011 das letzte Konzert der Band gespielt und vermarktet hat. Nun ist LCD Soundsystem nicht die erste Band, die nach einem "Ende" zurückkehrt. Doch in meiner Erinnerung verkündete Murphy damals recht überzeugend, das bezüglich LCD Soundsystem alles gesagt bzw. gespielt ist. Ebenso gut erinnere ich mich aber auch an die Stimmen, die bereits damals ein Comeback in einigen Jahren prophezeiten. Mit den ersten beiden Alben "LCD Soundsystem" und "Sound of silver" hat sich die Band so viele Fans erspielt, dass kein Comeback eigentlich nicht vorstellbar war, selbst wenn Murphy mit "Drunk girls" vom letzten Album "This is happiness" einige Credits verspielt hatte. 

Seit 2016 gab LCD Soundsystem bereits einige Konzerte (u. a. unter dem Motto "Back from the dead" an Ostern), nun erschien mit "American dream" das vierte Studioalbum seit Gründung der Band vor 15 Jahren.  Die vorab veröffentlichten Titel "Call the police" und "American dream" kamen recht unscheinbar daher und sie dämpften meine Erwartungen doch arg. Interessanterweise gehören gerade diese beiden Tracks zu den schwächeren Titeln des Albums. "Other voices", "How do you sleep?" und "Emotional haircut" hingegen zeigen die Energie, die ich an LCD Soundsystem schätze. In seiner Gesamtheit ist "American dream" eine sichere Bank und für James Murphy eine gute Gelegenheit, die Konzertsäle dieser Welt in wilde Electro-Punk-Discos zu verwandeln. Leider sind aktuell keine Deutschland-Konzerte geplant. 

"Tonite":


"Call the police":


"American dream" ist:

Montag, 11. September 2017

Konzert: Tori Amos in Den Atelier Luxembourg, 10.09.2017



(Das Foto hat Dirk gemacht)


Mehr als eine kleine Frau und ein großes Klavier braucht es manchmal nicht.

Tori Amos wollte ich schon seit geraumer Zeit mal live sehen. Aber Eintrittspreise, Ort und / oder jeweils aktuelles Album ließen mich dann von einem Besuch absehen. Für ein Konzert im übersichtlichen Den Atelier (Kapazität 800 Zuschauer) in Luxembourg konnte ich mich erwärmen. 


Neben Toris Equipment ließ die Bühne nicht viel Platz, aber für die drei Herren von Bell X1 reichte es allemal. Die irische Band wird Amos bei allen Konzerten außerhalb ihrer Heimat begleiten. Dort sind sie eine ziemlich große Nummer und wahrscheinlich als Support Act zu bekannt. Bell X1 habe ich ca. 2003 bereits als Vorgruppe von Starsailor erleben dürfen. Nach fast 15 Jahren ist eine Auffrischung angebracht. Pünktlich um 20 Uhr begann deren 30 minütiger Auftritt. Den ersten Song "Upswing" des 2016er Albums "Arms" hatte ich noch im Ohr. Die weiteren Titel plätscherten weitgehend vor sich hin, Leonard Cohen wurde mit "In my secret life" gehuldigt. Den Job einer Vorgruppe hat Bell X1 an dem Abend souverän erledigt. 



Für die ersten Auftritte ihrer aktuellen Tour verzichtet Tori Amos auf eine Begleitband. Ich bin gespannt, ob die ersten Konzerte in den kleinen Clubs als Aufwärmphase dienen und sie für die großen Hallen Begleitmusiker einspannen wird. 

Am Eingang der Location passierten die Besucher einige Kisten und Tonnen mit Tori Amos' "Catering". Ich wüsste schon gerne, was in solchen Tonnen angeliefert wird. Ich vermute, die Crew konnte sich hinreichend stärken. Es galt ja immerhin, das Bösendorfer Piano auf die Bühne zu wuchten. 


Vor dem Auftritt schauten dann noch einmal der Klavierstimmer und gleich mehrfach der "Tastenputzer" vorbei. Offensichtlich legt Frau Amos wert auf eine tadellose Vorbereitung. Nach fast 30 Jahren im Geschäft hat sie diesbezüglich sicher einige Pannen erleben müssen. 

Tori Amos' Setlists sind sehr dynamisch und daher für das Publikum meist eine Wundertüte. Hardcore-Fans wird das nicht schocken, ich verzichtete aber darauf, den gesamten Back-Katalog auswendig zu lernen. Allein durch die Vorbereitung auf Basis der letzten drei Konzerte kamen mir schon einige Songs unter, denen ich in der Vergangenheit nicht viel Aufmerksamkeit geschenkt hatte. Zumindest der Opener "i i e e e" von "From the choirgirl" war vorhersehbar. Anschließend sorgte eine XXL-Version von "Crucify" zu Begeisterung im Publikum. Mit "Fire on the side"ging sie danach sogar zeitlich noch einen Schritt weiter zurück, um anschließend mit "Jackie's strenght" wieder bei "From the choirgirl" zu landen. Für "Fire in the side" studierte Amos noch kurz ihre Aufzeichnungen, die Rolle einer leicht verwirrt-schrulligen "old lady" verkörperte sie an diesem Abend glaubhaft.  

(Foto von Dirk)

Mit "1000 oceans" (welches sie wie "Mary's eyes" von der aktuellen Platte ihrer Mutter widmete) verblieb Amos noch im letzten Jahrtausend, von dort war der Weg zu "Tear in your hand" vom Solo-Debüt auch nicht so weit. 

Während ihrer aktuellen Konzerte präsentiert Tori Amos jeweils zwei Cover-Versionen im "Fake Muse Network". Gestern waren es "Famous blue raincoat" (ja, noch einmal Leonard Cohen an diesem Abend) und "A case of you" von Joni Mitchell. Mit "Reindeer king" (der einzige Titel des aktuellen Albums "Native invader", auch hier werde ich mit Interesse verfolgen, ob im Verlauf der Tour weitere aktuelle Songs auf die Setlist befördert werden) endete für mich eine kleine Durststrecke mäßiger spannender Titel.

(Noch ein Foto von Dirk)

"Ruby through the looking glass" war eine weitere Überraschung im Set, die Begleit-EP zur "Welcome to sunny Florida"-DVD hatte ich tollkühn in der Vorbereitung vernachlässigt. Tori Amos' erfolgreichstes Album "Under the pink" wurde mit "Cloud on my tongue" bedacht. Richtig Fahrt nahm sie dann noch mal mit "Blood roses" von "Boys for Pele" auf, bislang eine der wenigen Konstanten auf der Tour. "Bliss" von "To Venus and back" beendet das Set, mit den Zugaben "Flavor" vom 2009er Album "Abnormally attracted to sin" und einer sehr langen Version von "A sorta fairytale" von "Scarlet's walk" macht die Musikerin gut 100 Minuten voll. 


Die Setlist:

  • i i e e e
  • Crucify
  • Fire on the side (von Y Kant Tori Read)
  • Jackie's strength
  • 1000 oceans
  • Tear in your hand
  • Famous blue raincoat (Leonard Cohen)
  • A case of you (Joni Mitchell)
  • Reindeer King
  • Ruby through the looking-glass
  • Cloud on my tongue
  • Blood roses
  • Bliss
  • Flavor
  • A sorta fairytale


Wahrscheinlich müsste ich ein besserer Fan sein, um Toris Set uneingeschränkt genießen zu können. Aber bis auf die erwähnte Durststrecke fühlte ich mich gut unterhalten und Toris spürbare Spielfreude ergriff mich durchaus. Schön, sie in einer solch intimen Atmosphäre gesehen zu haben. 

(Und noch einmal ein Foto von Dirk)