Die besten Geschichten schreibt das Leben. Und ich schreibe mit.

Montag, 26. Juni 2017

Musik: Trevor Sensor - Andy Warhol's dream

























Aufgefrischter Folk-Rock. 


Mit seinen 23 Jahren verschafft Trevor Sensor aus Illinois auf seinem Debüt "Andy Warhol's dream" dem Folk-Rock eine Frizschzellenkur. Dank seiner Folk-/Americana-Einflüsse und stellenweise luftiger Melodien verfliegt der Folk-Rock-Mief weitgehend. Sensors Stimme ist dabei Fluch und Segen zugleich. Sie passt gut zu diesem Konzept, in dieser Form kann man sie sich aber auch kaum in einem anderen Kontext vorstellen. Mal sehen welche Musik Sensor macht, wenn sein Alter den Klang seiner Stimme eingeholt hat. Um das Publikum bei der Stange zu halten, muss er sich bis dahin noch ein paar Dinge einfallen lassen. 

Produziert wurde "Andy Warhol's dream" von Foxygens Jonathan Rado und Richard Swift (The Shins, Damien Jurado, Foxygen). Als Band fungierten Musiker von Whitney. 

Intro.de beschreibt "Andy Warhol's dream" treffend:
So eingängig sind die kleinen, feinen Melodien zwischen Kinderlied und Jingle, so markant ist der Gesang, der klingt, als würden Henning May und Marcus Mumford wild übereinander herfallen und rumknutschen. Sensor spielt dazu einen performativen Americana ohne folkloristische Attitüde. Das Lagerfeuer bleibt dem Hörer dankenswerterweise und geschmackssicher erspart, stattdessen radelt er auf einem Faltrad nonchalant durch die von The Shins oder Foxygen gezeichneten Suburbs.
Meine Anspieltipps sind "Lion's pride", "The reaper man" und "Starborne eyes".


Das Video zu "High beams":


Konzerttermine in Deutschland:

  • 22.09. Hamburg
  • 25.09. Berlin
  • 27.09. Köln

"Andy Warhol's dream" ist:

Samstag, 24. Juni 2017

Konzert aus der Konserve: Radiohead@Glastonbury, 23.06.2017

Die Setliste des Radiohead-Gigs bei Glastonbury kann sich sehen lassen: Alle Alben wurden bedacht und wegen des Jubiläums der Schwerpunkt auf "OK Computer" gelegt.

Freitag, 23. Juni 2017

Früher liefen solche Sachen im Musikfernsehen: Depeche Mode - Going backwards

Ja, Musikvideos liefen früher im Musikfernsehen, allerdings nicht in der 360°-Version. Zu "Going backwards" gibt es nun ein solches Video:


Weitere Möglichkeiten Depeche Mode in der 360°-Perspektive zu erleben, gibt es im Herbst und Winter:
  • 24.11. Frankfurt
  • 28.11. Stuttgart
  • 30.11. Mannheim
  • 11.01. Hamburg
  • 15.01. Köln
  • 17.01. Berlin
  • 19.01. Berlin
  • 21.01. Nürnberg
Noch sind nicht alle Konzert ausverkauft. 

Donnerstag, 22. Juni 2017

Musik: Father John Misty - Pure comedy

























Orchestraler Comedy-Kammerpop. 

Father John Mistys drittes Album "Pure comedy" erschien bereits vor einigen Wochen. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung hatte ich mich schon mit diesem befasst, aber es ging neben anderen Alben unter. Als ich nun "Crack-up" der Fleet Foxes hörte, kam mir "Pure comedy" wieder in den Sinn. Während der Aufnahmen und Tour zu "Helplessness blues" agierte Josh Tillman aka Father John Misty als Schlagzeuger der Band. 2012 verließ er sie wieder. Im gleichen Jahr erschien sein Debüt unter dem Pseudonym Father John Misty. Vorher hatte er bereits acht Platten als J Tillman veröffentlicht. 

Als Father John Misty lässt er seiner Kreativität freien Lauf. Das Vorgängerwerk "I love you honeybear" war ein sehr vielseitiges Werk. Es bedurfte der Interpretation als Konzeptalbum, um eine Klammer zu erkennen. "Pure comedy" benötigt diesen Kunstgriff nicht. Erschien mir Tillmans Stimme auf dem Vorgänger zu glatt und austauschbar, macht sie im Kontext von "Pure comedy" mehr Sinn. Die prägenden Stilelemente sind Kammerpop und orchestrale Arrangements. Dazu passt seine Stimme gut. Verknüpft mit der Idee, dass es sich auch ein Stück weit um "Comedy" handelt ist das Gesamtwerk ein Gegenentwurf zum verkopften Indiefolk seiner Ex-Band.  

Über Albumlänge macht mich "Pure comedy" wegen der fehlenden Ecken und Kanten unruhig bis aggressiv. Man ist ja auch Spieldauern über 70 Minuten kaum noch gewohnt. In kleineren Dosen kann ich "Pure comedy" als Abwechslung empfehlen. "Total entertainment forever", "Ballad of the dying man", "Leaving LA", "Smoochi" und "So I'm growing old on Magic Mountain" sind für mich die besten Titel auf "Pure comedy". 

Das Video zu Titelsong:


"Total entertainment forever":


Zum Album wurde auch ein Kurzfilm veröffentlicht:


"Pure comedy" ist:

Bartmäßig verändert aber weiterhin bedenklich:

Mittwoch, 21. Juni 2017

Song: Haim - Little of your love

Am 07.07. wird Haims Zweitwerk "Something to tell you" erscheinen. Vorab gibt es mit "Little of your love" eine weitere Single:

Dienstag, 20. Juni 2017

Musik: Fleet Foxes - Crack-up

























Anspruch, Folk und Pop. In dieser Reihenfolge.  

Ist es ein allgemeiner Trend oder nur der Einfluss Bon Ivers? Justin Vernon gab sich Mühe, sein aktuelles Album "22, A million" möglichst schwer hörbar zu machen. Bei James Vincent McMorrows "True care" stellte ich eine ähnliche Tendenz fest. Und nun erscheint nach sechs Jahren das dritte Album der Fleet Foxes und eingängige Ohrenschmeichler wie "White winter hymnal", "Your protector", "Blue ridge mountains" oder "Mykonos" suchte ich darauf vergeblich. So einfach wie zu Beginn ihrer Karriere macht es die Band um Robin Pecknold den Hörern nicht mehr. 

Statt dessen werden die Beach Boys-Melodien und die heimelige Folk-Stimmung hinter stellenweise ausufernden Arrangements versteckt. Falls es "Post-Folk" als Kategorie noch nicht gab, für solche Musik sollte man sie nutzen dürfen. Den Weg dorthin wies bereits der Titel "The shrine / an argument" auf dem Vorgänger "Helplessness blues". "Crack-up" setzt die "Verkopfung" der Musik der Band aus Seattle fort. Durch den Vergleich mit "Crack-up" gefällt mir "Helplessness blues" nun sogar besser, als zum Zeitpunkt der Veröffentlichung. Vielleicht ergeht es mir mit "Crack-up" irgendwann ähnlich. 

"Crack-up" ist ein gutes Album, aber beim nächsten Album sollten die Fleet Foxes wieder etwas mehr das Herz als den Kopf einsetzen. Meine Empfehlungen sind "Cassius,-", "Third of May / Ōdaigahara" und "Fool's errand". 

Das Video zu "Fool's errand":


"Third of May / Ōdaigahara":


Im Herbst besucht die Band Deutschland:
  • 12.11. Hamburg
  • 13.11. Berlin
  • 01.12. Köln
"Crack-up" ist:

Montag, 19. Juni 2017

Konzert aus der Konserve: Kate Tempest@Maifeld Derby, 2017

Für Kate Tempest hätte ich beinahe das Maifeld Derby besucht. Doch auch der Mitschnitt macht Spaß und ist hiermit wärmstens empfohlen:

Sonntag, 18. Juni 2017

Buch: Maja Lunde - Die Geschichte der Bienen

























Aktuell und subtil beängstigend.

"Die Geschichte der Bienen" wird in drei Handlungssträngen erzählt. Der kleinste gemeinsame Nenner zwischen England im Jahr 1852, USA (2007) und China (2098) ist zu Beginn allein die Verbindung zu Bienen. Wobei bei der Geschichte im China der Zukunft ohne die nützlichen Lebewesen auskommen muss. In dieser düsteren Vision wird geschildert, wie ein Leben ohne Bienen aussehen könnte. Vor allem die Aussicht, dass deren "Dienste" von Menschen übernommen werden müssen, ist bedrückend. Zu den drei Strängen möchte ich gar nicht mehr verraten, außer dass sie am Ende doch zueinander finden. 

Etwas herausfordernd aber vor allem spannend ist die Erzählweise: Die drei Stränge werden in loser Reihenfolge fortgeführt. Kurz nachdem man sich in einem neuen Kapitel wieder auf das Schicksal eines der Protagonisten eingestellt hat, folgt auch schon der Cliffhanger und die Perspektive wird geändert. Der flüssige und packende Schreibstil macht es schwer, das Buch am Ende eines Kapitels aus der Hand zu legen. 

Maja Lunde schrieb in der Vergangenheit Dreh-, Kinder- und Jugendbücher. "Die Geschichte der Bienen" ist ihr erster Roman für Erwachsene und in ihrer norwegischen Heimat überaus erfolgreich. Und dieser Erfolg setzt sich nun in vielen Ländern fort. 

Das Thema ist hochaktuell. Über Bienensterben in teils bedrohlichem Umfang wird regelmäßig berichtet. Einige Anhaltspunkte für die Ursachen gibt es, aber ein eindeutiges Bild oder gar wirkungsvolle Gegenmaßnahmen ergaben sich bislang aber leider nicht. Die Bedrohung durch das Bienensterben schwingt vor allem in der in China angesiedelten Geschichte ständig mit, gerät aber nie zu mahnend in den Vordergrund. Maja Lunde hat eine wichtiges Thema unterhaltsam aber trotzdem wirkungsvoll in diesem Roman verpackt. 

Samstag, 17. Juni 2017

Musik: Chastity Belt - I used to spend so much time alone

























Unscheinbar. 

Der Promotext zu "I used to spend so much time alone" schildert die folgende Situation: Julia Shapiro, Gretchen Grimm, Lydia Lund und Annie Truscott, also die Musikerinnen hinter Chastity Belt, vertrieben sich die Zeit um Tourbus, indem sie sich hemmungslos gegenseitig Komplimente machten. Ähnlich harmonische ging es wahrscheinlich auch bei den Aufnahmen des aktuellen Albums zu, denn das Ergebnis ist überaus harmonisch und leider auch weitgehend beliebig geraten. Melancholische Texte, vorgetragen als Shoegaze-verhuschter oder Dreampop-gesäuselter Gesang vergällt mir die Indierock- bzw. Post-Punk-Basis darunter. Produziert wurde von "I used to spend so much time alone" von Wire-Gitarrist Matthew Simms. 

"5am", "Caught in a lie", "This time of night" und "It's obvious" können mich zumindest ansatzweise überzeugen. Dieses dritte Album der Band aus Walla Walla (im US-Staat Washington) soll ihr bislang bestes sein und Intro empfiehlt es traurigen Teenagern. Vielleicht gehöre ich einfach nicht zur Zielgruppe.  

Kaum zu glauben, dass dieses Video zu "Different now" mit seiner Anlehnung an "Hunger strike" bereits vor Chris Cornells Tod veröffentlicht wurde:


"Used to spend":


Die Tour führt die Damen in diese deutschen Städte:

  • 16.09. Köln
  • 17.09. Berlin

"I used to spend so much time alone" ist:

Freitag, 16. Juni 2017

Film: Wonder Woman

























Ein Wunder.... dass ich wach geblieben bin.

Grundsätzlich fand ich Wonder Woman als Figur nicht interessant. In "Batman vs Superman" hatte sie es aber leicht, als relativer Höhepunkt zu glänzen. Die ersten Kritiken zu "Wonder Woman" waren nicht so schlecht, da ließ ich mich zu einem Kinobesuch verleiten.

Der Film erzählt Wonder Womans Vorgeschichte und bereitet den Zuschauer auf "Justice League" vor. Im ersten Teil des Films geht es auf die Amazoneninsel. Das ist noch relativ gut gelungen, nur die amtierende US-Präsidentin (Spoiler zur aktuellen "House Of Cards"-Staffel) als Generalin der Amazonen-Armee irritierte etwas. Als es dann in die Jahre des ersten Weltkriegs nach London geht, versucht der Film lustig zu werden. Das klappt in wenigen Szenen. Anschließend wechseln sich lange Phasen der Langweile mit überzeichneten Action-Sequenzen ab.  

Wer sich brennend für Wonder Womans Vorgeschichte interessiert, kann sich "Wonder Woman" antun. Ansonsten reicht m. E. das Wissen, dass die Dame halt fliegen kann und sich mit Schwert, Schild und Peitsche bewaffnet. 

Donnerstag, 15. Juni 2017

Früher liefen solche Sachen im Musikfernsehen: Dan Auerbach - Shine on me

Ein "alternativer" Sommer-Hit: Dan Auerbach mit "Shine on me". Für den Song hat sogar Mark Knopfler seine Gitarre aus dem Koffer geholt.

Mittwoch, 14. Juni 2017

Seenmonat

Mecklenburgische Seenplatte, Ostsee... da fehlte doch noch was! Nordsee. War auch schön. Und eher "Meer" als "See".







Dienstag, 13. Juni 2017

Musik: All We Are - Sunny hills

Vielseitig. 

Treffen sich eine norwegische Bassistin, ein brasilianischer Gitarrist und ein irischer Drummer in Liverpool... und gründen eine Band. Das ist kein schlechter Witz, sondern die Geschichte der Band All We Are. So trug es sich im Jahr 2011 zu und seitdem musizieren Guro Gikling, Luís Santos und Rich O'Flynn gemeinsam. Das gleichnamige Debüt im Jahr 2015 schlug nicht ein. Nur ansatzweise ließ sich erkennen, was die Band heute ausmacht. Auf "Sunny hills" klingt der überwiegend tanzbare Indierock / Post-Punk merklich ausgereifter und selbstbewusster. 

"Sunny hills" ist vielseitig geraten. Die Hauptelemente sind der Falsett-Gesang, stellenweise klirrende Gitarren und tanzbare Rhythmen. Daraus zaubert All We Are sowohl düstere als auch verträumte Momente und stellenweise blitzt gar augenzwinkernder Optimismus durch. 

"Burn it all out", "Animal", "Dreamer" und "Punch" sind meine Favoriten auf "Sunny hills". 

Das Video zu "Animal":

"Human":

"Sunny hills" klingt nach:

Sonntag, 11. Juni 2017

Jetzt ist Sommer

Warum ich diesen Aufkleber jedes Jahr poste? Weil er ein untrügliches Zeichen für einen Sommertag ist.

MeckPomm (4): Greifswald, Neustrelitz und Sellin

Greifswald:




Neustrelitz:






Sellin:

So eine Seebrücke macht schon was her.




Samstag, 10. Juni 2017

Vorhören: Fleet Foxes - Crack-up

Nächste Woche wird das neue Fleet Foxes-Album erscheinen? Vielleicht bringt es so tolle Melodien und Songs mit wie das Debüt? Dort und hier gibt es vorab den Stream:

Freitag, 9. Juni 2017

Musik: Lola Marsh - Remember roses

























Nahezu perfekter Indiepop für den Sommer. 

Ich starte mit einem Mitschnitt aus Israels "The Voice"-Staffel aus dem Jahr 2012:


Mit dieser Interpretation begeisterte Yael Shoshana Cohen die Juroren der Show. Aus meiner Sicht glücklicherweise reichte es für die Dame aber nicht zu einem nachhaltigen Erfolg im Rahmen des Show-Formats. So konnte sie sich nämlich auf die bereits 2011 geborene Idee eines Duos mit Gil Landau konzentrieren und das Duo Lola Marsh formieren. Dieses beschert uns allen nun ein tolles Indiepop-Album.

Die Wahl eines Lana Del Rey-Songs war durchaus richtungsweisend. Cohens Stimme und die Ausrichtung einiger Titel auf Lola Marshs Debüt "Remember roses" erinnert an die Amerikanerin. Darüber hinaus liefert Lola Marsh vor allem Indiepop-Hymnen aber auch gedecktere Dreampop-Stimmungen. Clever komplettieren Indie-Folk- und dezente Electro-/Synthie-Klänge das Bild und sorgen für ein äußerst gefälliges Gesamtbild. Erstaunlicherweise langweilt mich diese Mischung auch über die Dauer des Albums hinweg nicht. 

"You're mine" und "Sirens" sind aus guten Gründen bereits recht populär. Die neue Single "Wishing girl" ist geschickt gewählt und ein Anwärter auf meinen Sommerhit 2017. "The wind" gefällt mir ebenfalls sehr gut. Lola Marsh hat Israel auf die Landkarte des Indiepop gezaubert. 

Das Video zu "Wishing girl":


"Morning bells":


Lola Marsh live:

  • 16.06. Kiel (Kieler Woche)
  • 19.06. Leipzig
  • 23.10. Berlin
  • 25.10. Bielefeld
  • 26.10. Hamburg
  • 27.10. Köln
  • 28.10. München
"Remember roses" klingt nach:

Donnerstag, 8. Juni 2017

Musik: Sivert Høyem - Live at Acropolis

























Atmosphärisch dicht und ebenso dicht gepackt mit Songs aus 15 Jahren. 

Nicht unüblich für ein Konzert, beginnt "Live at Acropolis" mit einem knapp zweiminütigen Intro. Doch dieser Einstieg lässt mich die Spannung vermuten, die Sivert Høyem und sein Publikum an den Abenden des 29.09. und 02.10.2016 verspürt haben. Der ehemalige Madrugada-Sänger hatte sich über Jahre eine solide Fanbasis in Griechenland erspielt und die nutzte er, um im antiken Herod Atticus Odeon am Fuße der Akropolis zwei Konzerte zu geben. Damit erfüllte er sich und vermutlich vielen der Zuschauer einen Herzenswunsch. Nur wenigen Musikern wurde bislang der Auftritt an diesem Ort ermöglicht. Gerade der Bereich des Indierock erscheint mir in den letzten 2.000 Jahres etwas unterrepräsentiert. Sivert Høyem ist aber definitiv ein würdiger Vertreter dieses Genres. 

Während des Sets erinnert der Norweger mit drei Songs (bzw. vier auf der DVD) an seine Zeit mit Madrugada. Der Schwerpunkt liegt mit fünf Titeln auf seinem letzten Album "Lioness". Ansonsten greift er aus allen Alben außer seinem Solo-Debüt jeweils einen bis zwei Songs heraus. Netterweise sind auch die beiden Singles "Prisoner of the road" sowie "Black & gold" enthalten, die bislang nicht auf Alben erhältlich waren. Zur Kulisse passen natürlich besonders die dramatischeren Songs wie "The Bossa Nova", "Görlitzer Park" und "Give it a whirl".

CD, Vinyl, DVD,... "Live at Acropolis" wurde in vielen Formaten für die Nachwelt konserviert und erlaubt dem Fan die fast freie Auswahl. Für Høyem-Fans ist "Live at Acropolis" ein "Muss", für andere eine gute Möglichkeit, sich auf ihn einzulassen. 

"Give it a whirl":


"Görlitzer Park":


"My thieving heart" mit Marie Munroe:


Die Titel auf "Live at Acropolis" stammen von:

Mittwoch, 7. Juni 2017

Version wars: Placebo vs. Talk Talk

Cover-Versionen von Talk Talk-Songs sind weitgehend unnötig. "Life is what you make it" ist einer meiner Lieblingssongs von Talk Talk. Da hat es Placebo trotz anderer gelungener Cover in der Vergangenheit nicht leicht:


Zugegebenermaßen passen der wuchtige Bass und die klirrenden Gitarren gut zu Placebo. Aber entscheidet selbst, Müllkippe in Ghana oder Parkleben in London:

Musik: Richard Dawson - Peasant




















Der Mike Patton der Folk Music. Das ist dann wohl "Folk Crossover" oder "Post Folk".

Richard Dawson wuchs in Newcastle auf. Seine musikalische Entwicklung begann früh, als er Sänger wie Mike Patton nachahmte. Später bildete er sich durch seine Arbeit in Plattenläden weiter. Irgendwann kaufte er sich eine günstige Akustik-Gitarre, die nach einer Reparatur "speziell" klang und sich zu seinem Hauptinstrumente entwickelte. "Lo-Fi" in seiner Reinform. Seit dem Jahr 2007 veröffentlicht Dawson fleißig Alben. Mit "Peasant" erschien nun sein jüngstes Werk.

Nüchtern betrachtet ist Richard Dawson ein Folk-Musiker. Doch so herausfordernd und zugegebenermaßen stellenweise anstrengend klingt Folk selten. "Peasant" ist ein Konzeptalbum, angesiedelt im Reich Brynaich/Bernicia. In diesem Vorläufer der Königreichs Northumbria lebten Angeln im 6. und 7. Jahrhundert. Vermutlich sind die Aufzeichnungen der damaligen Musik nicht komplett bei Spotify oder sonstigen Diensten verfügbar, daher konnte sich Dawson die eine oder andere künstlerische Freiheit gewähren. Mittelalterliche Instrumente sorgen für die Grundstimmung, ansonsten ist "Peasant" vor allem Freak Folk. Dawson nutzt das gesamte Spektrum seiner Stimme von tief nach hoch und von flüstern bis schreien. Durch diese Reise in die Vergangenheit macht Dawson Folk spannend, aber das treibt er stellenweise an die Grenzen der Hörbarkeit. Verrückt, aber gut.

"Soldier", "Weaver", das vergleichweise harmlose "Beggar" und der Höhepunkt des Wahnsinns in Form von "Masseuse" sind meine Empfehlungen für mutige Hörer. 

Das Video zu "Ogre":


"Peasant" ist: