Die besten Geschichten schreibt das Leben. Und ich schreibe mit.

Samstag, 30. September 2017

Musik: Sløtface - Try not to freak out
























Kraftvoll und frech.

In der ersten Jahren hieß die Band Slutface. In der norwegischen Heimat stellte der Name kein Problem dar, selbst Förderungen des norwegischen Staates für Auftritte in Schulen stand er nicht im Weg. Erst mit dem Erfolg über die Heimat hinaus wurde es problematisch. Seitdem heißt die Band Sløtface. Dieser Name würde mich eher abschrecken, könnte man dich eine skandinavische Death Metal-Band dahinter vermuten. 

Tatsächlich legt die Band mit ihrem Debüt "Try not to freak out" aber einen poppigen Punk Rock-Entwurf vor: Kraftvoll, frech und nie zu krachig. Und die Sängerin Haley Shea hat ihre Stimme stets unter Kontrolle und mit dieser beherrscht sie das Geschehen. 

"Galaxies", "Pools", "Night guilt" und "Nancy drew" sind meine Empfehlungen für dieses hoffnungsvolle Debüt der Band aus Stavanger. 

Das Video zu "Pitted":


"Nancy drew":


"Try not to freak out" ist:

Freitag, 29. September 2017

Musik: Alvvays - Antisocialites
























Als würde der Sommer niemals enden. 

Ein Tick melancholischer aber noch immer wie ein lauer Sommerabend klingt die kanadische Band Alvvays auch auf ihrem zweiten Album. Auf dem Debüt der Band um Molly Rankin erschien die Mischung aus Indierock, -pop und Surf Pop etwas frischer und die drei hervorstechenden Titel konnten mich mehr überzeugen als die Höhepunkte auf "Antisocialites" ("Dreams tonite", "Your type" und "Saved by a waif"). Trotzdem ist "Antisocialites" ein ausgesprochen kurzweiliges (nicht nur wegen der Spielzeit von knapp über 30 Minuten) Album.

Das Video zu "In undertow":


"Plimsoll punks":


Alvvays live:
  • 12.09. Köln
  • 13.09. Hamburg
  • 14.09. Berlin
"Antisocialites" ist:

Donnerstag, 28. September 2017

Früher liefen solche Sachen im Musikfernsehen: Kat Frankie - Bad behaviour


Da wird gejagt und (mit Kissen) in die Fresse gehauen... mit "Bad behaviour" liefert Kat Frankie hoffentlich nicht den Soundtrack für die kommende Legislaturperiode des deutschen Bundestags.

Die Australierin und Wahl-Berlinerin ist vielseitig: Die Zusammenarbeiten reichen von Konstantin Gropper über Olli Schulz und einen ESC-Vorentscheid bis zu Clueso. 

Ihr neues Album "Bad behaviour" wird im Februar 2018 erscheinen und mit diesem begibt sie sich dann auf große Tour durch Deutschland:

  • 04.03. Dresden
  • 05.03. Frankfurt
  • 06.03. Stuttgart 
  • 11.03. München 
  • 13.03. Würzburg 
  • 14.03. Leipzig
  • 15.03. Göttingen 
  • 16.03. Erfurt 
  • 17.03. Münster 
  • 20.03. Köln
  • 21.03. Hannover
  • 22.03. Hamburg
  • 23.03. Bremen 
  • 24.03. Rostock 
  • 27.03. Berlin
  • 28.03. Berlin

Mittwoch, 27. September 2017

Dienstag, 26. September 2017

Musik: Roddy Woomble - The deluder
























Abwechslungsreich aber etwas zu brav. 

Roddy wer?
Der Sänger von Idlewild!
Ach der.

Ich denke dieser Dialog stellt ganz gut dar, dass Roddy Woomble bislang als Solo-Künstler nicht den Bekanntheitsgrad seiner Band erreicht hat, obwohl er nun mit "The deluder" bereits sein fünftes Studioalbum veröffentlicht. Seine Solo-Karriere begann er im Jahr 2006. Zu dem Zeitpunkt war mein Interesse an Idlewild nach den relativ erfolgreichen Alben "Hope is important" (1998) und "100 broken windows" (2000) und "The remote part" (2002) bereits merklich abgeflaut. Die Comeback-Platte "Everything ever written" zeigte eine abgeklärte, reife aber im Vergleich zu den frühen Werken sehr brave Band. 

Auf "The deluder" wirkt Woomble noch einen Tick biederer. Indierock, poppige Noten, Folk, etwas LoFi-Atmosphäre und ein Chanson sorgen in der von ihm hier angebotenen Kombination für ein entspanntes, abwechslungsreiches aber auch leider stellenweise austauschbares Werk. Sympathisch wirken die verschmitzten Momente, die mich an The Arab Strap erinnern. 

Meine Empfehlungen für "The deluder" sind "To feel like a fool", "Jupiter", "Like Caruso", "First love is never returned" und "Any old kind of world".

Das Video zu "Jupiter":


"On n'a plus de temps":


Roddy Woomble live:
  • 07.11. Hamburg
  • 08.11. Berlin
  • 09.11. Haldern

"The deluder" ist:

Montag, 25. September 2017

ICE 4 mal wieder

Es ist fast ein Jahr her, dass ich erstmals mit dem ICE 4 fuhr. Seitdem ist er mir bereits bei einigen Gelegenheiten im üblichen Bahnbetrieb begegnet. Heute gibt das "Flaggschiff" der Bahn ein besonders gutes Bild ab: WLAN und Reservierungsanzeige tun es nicht. Und die Sitze sind auf einer längeren Strecke wirklich gewöhnungsbedürftig bis unbequem. Aber es gibt zumindest eine Steckdose pro Fahrgast. 

Sonntag, 24. September 2017

Früher liefen solche Sachen im Musikfernsehen: Fazerdaze - Bedroom talks

Pünktlich zu einigen Konzerten in Deutschland erinnert Fazerdaze aus Neuseeland mit einem neuen Video noch mal an ihr Album "Morningside":



Übrig von den Konzerten bleibt noch der Auftritt auf dem "Way back when"-Festival in Dortmund am 29.09..

Freitag, 22. September 2017

Musik: The National - Sleep well beast
























Souverän.

Da hob ich kürzlich noch hervor, dass bei The Sherlocks gleich zwei Brüderpaare am Werk sind und nun fällt mir auf, dass bei The National die gleiche Konstellation vorliegt. Verrückte Musikwelt.

Mit "Alligator" war The National die Indierock-Band der Stunde, der Nachfolger "The boxer" deutete bereits das Potential für eine längefristige Wirkung der Band an. Spätestens nun mit "Sleep well beast" meldet die amerikanischen Band ihren Anspruch auf den Titel der "Indierock-Band des noch jungen Jahrtausends" an. Arcade Fire hat sich mit deren aktuellem Werk "Everything now" m. E. aus dem Wettbewerb verabschiedet. 

Dafür haben The National ihren Wirkungsbereich weit über die Strahlweite der Band ausgedehnt. Sänger Matt Berninger überzeugte mit seiner prägenden Baritonstimme auch auf El Vys "Return to the moon", während Hauptsongwriter Aaron Dessner als Produzent, Komponist oder in sonstigen Funtionen u. a. Sharon van Etten, Birdy, Frightened Rabbit und viele andere unterstützen durfte. Gitarrist Bryce Dessner ist ein nicht weniger gefragter Komponist, dessen Arrangements nicht nur im Klassikbereich überzeugen sondern auch gefragte Musiker wie u. a. Sufjan Stevens, Johnny Greenwood und Justin Vernon überzeugten. Die Devendorf-Brüder wissen sich auch nebenher zu beschäftigen, u. a. bei LNZNDRF. 

Trotz all dieser Ablenkungen fanden die Herren mal wieder zusammen und so kam vier Jahre nach "Trouble will find me" das siebte Album "Sleep well beast" zustande. Hier bei PvG erhielt "Trouble will find me" durchweg positive Bewertungen. Die glatte Produktion gab aber durchaus Anlass zur Kritik. "Sleep well beast" erscheint mir als vielfältigere und gelungenere Kombination aus gebügelt-relaxten und kantigeren Titeln. Meine Favoriten sind "Day I die", "Turtleneck", "I'll still destroy you" und vor allem "The system only dreams in total darkness". Bei dem letztgenannten Titel freue ich mich vor allem über die Rückkehr des Gitarrensolos.

Das Video zu "Day I die":


Die Tour ist ausverkauft, ich denke um Karten für den Auftritt in der Elbphilharmonie wird sich öffentlich geprügelt:
  • 21.10. Hamburg
  • 23.10. Berlin
  • 24.10. Berlin
"Sleep well beast" ist:

Dienstag, 19. September 2017

Früher liefen solche Sachen im Musikfernsehen: Björk - The gate

Björks neues Album kommt bald, vorab gibt es dieses Video. Björk halt.

Montag, 18. September 2017

Sonntag, 17. September 2017

Musik: Angus & Julia Stone - Snow
























d

Für das letzte Album der Stone-Geschwister hatte ich deren kombinierte Diskographie zusammengestellt. Aus Anlass der Veröffentlichung des zweiten gemeinsamen Machwerks "Snow" führe ich diese gerne fort:
  • “A book like this” – Angus & Julia Stone (2007)
  • “Smoking gun” – Angus Stone als Lady Of The Sunshine (2009)
  • “Down the way” – Angus & Julia Stone (2010)
  • “The memory machine” – Julia Stone (2010)
  • “By the horns” – Julia Stone (2012)
  • “Broken brights” – Angus Stone (2012)
  • “Angus & Julia Stone” – Angus & Julia Stone (2014)
  • "Honey bones" - Angus Stone als Dope Lemon (2016)
  • "Snow" - Angus & Julia Stone (2017)
Viel ist bei den beiden in den letzten Jahren also nicht gelaufen. Der Erfolg der gemeinsamen Anstrengungen als Angus & Julia Stone begünstigt wahrscheinlich die Konzentration auf selbige. Rick Rubins Rat zur engeren Zusammenarbeit war vielleicht tatsächlich der Schüssel dazu. Dem Konzept blieben die beiden auch für "Snow" treu. Statt einzelner Titel schrieben sie alle Songs gemeinsam. Acht Wochen verbrachten die Geschwister dafür alleine in einem Landhaus in der australischen Heimat. Entsprechend intim und intensiv klingt das Ergebnis. Erfreulicherweise wurde daraus aber keine introvertierte Folk-Platte, sondern ein vielseitiges Indie-Album. Es lebt vom Kontrast und gleichzeitig vom harmonischen Zusammenspiel der beiden Stimmen. Angus steht dabei etwas im Vordergrund, während Julia vornehmlich Harmonien und eine laszive Stimmung beisteuert.

Meine Favoriten sind "Snow", "Oakwood", "Cellar door" und "My house your house". 

Das Video zu "Chateau":


Und das zum Titelsong:


Die Stones live:
  • 11.10. Köln
  • 13.10. Stuttgart
  • 29.10. Wiesbaden
  • 30.10. Berlin
  • 03.11. München
  • 05.11. Hamburg
"Snow" klingt nach:


Samstag, 16. September 2017

Musik: Prophets Of Rage - Prophets of rage
























Rage Against The Machine + Public Enemy + Cypress Hill = Prophets Of Rage. 

Der Einfluss Rage Against The Machines wirft lange Schatten. Nach Zack de la Rochas Ausstieg wurde der Mythos in Form von Audioslave mit Chris Cornell wiederbelebt und nun, 17 Jahre nach der ersten Auflösung der Band, wird das Konzept mit Mitgliedern von Public Enemy und Cypress Hill erneut bemüht. Und wenig überraschend klingt das Ergebnis wie eine Mischung aus Rage Against The Machine, Public Enemy und Cypress Hill. 

Zum Ausdruck von Wut eignet sich die Kombination aus Metal/Alternative und Rap offensichtlich hervorragend. Und es ergeben sich immer wieder politische und gesellschaftliche Situationen in den USA, welche diese Wut (auch) unter Musikern offenbar befeuern. Rage Against The Machine und Body Count wurden während George Bushs Präsidentschaft gegründet. Zur Wiedervereinigung Rage Against The Machines kam es in der zweiten Amtsperiode George W. Bushs und nun unter Donald Trump lieferte Body Count mit "Bloodlust" ein starkes Album ab und die Prophets Of Rage treten in die Fußstapfen Rage Against The Machines. Trotz der großen Namen Chuck D. und B-Real aus der Rap-Fraktion vermisst man Zack de la Rochas verbale Attacken stellenweise. Trotzdem liefert "Prophets of rage" solide das, was Fans der frei Bands erwarten. Das Ergebnis entspricht weitgehend der Summe der Teile. 

"Unfuck the world", "Strength in numbers" und "Hands up" sind die Höhepunkt des Albums. "Take me higher" fällt als funkigste Nummer auf. 

Das Video zu "Living on the 110":


"Unfuck the world":


Am 15.11. wird die Truppe in Düsseldorf auftreten.

"Prophets of rage" klingt nach:

Freitag, 15. September 2017

Früher liefen solche Sachen im Musikfernsehen: Kate Tempest - Tunnel vision

Für den Mercury Prize hat es für Kate Tempest nicht gereicht, aber ihr neues Video zu "Tunnel vision" schafft es locker hierhin:




Donnerstag, 14. September 2017

Musik: The Knife - Live at Terminal 5
























"Without you my life would be boooring."

The Knife waren schon immer eher ein Gesamtkunstwerk als eine Band. Die Show zum Album "Silent shout" wurde korrekterweise als "An Audio Visual Experience bezeichnet. Mit "Tomorrow, in a year" veröffentlichte die Band anschließend so eine Art Oper / Tanztheater, die live gut funktionierte. Das letzte Album der Band war "Shaking the habitual" im Jahr 2013. Die Tour dazu hatte also einen Ruf zu verteidigen. Als Vermächtnis (es ist aktuell nicht bekannt, dass von den Geschwistern Dreijer neue Musik als The Knife erscheinen wird) wird nun mit "Live at Terminal 5" die Aufnahme der New Yorker Aufführung im Rahmen der "Shaking the habitual"-Tour aus dem Jahr 2014 veröffentlicht. 

Die Songauswahl "Live at Terminal 5" berücksichtigt die ersten beiden Alben der Band mit jeweils einem Song, "Silent shout" ist mit drei Titeln vertreten und der Schwerpunkt liegt mit sieben Beiträgen auf "Shaking the habitual". Als besonderes Schmankerl wird noch das Gedicht "Collective body opossum" des Autors Jess Arndt vorgetragen.

Im Mittelpunkt dieses Kunstwerks steht die tänzerische Umsetzung. Diese finde ich gelungen. Der 80er Jahre Aerobic-Video-Stil passt vor allem zu den Songs mit treibenden Rhythmen. Gegen Ende der Vorstellung wirkt der Gesang etwas kurzatmig, aber unter Berücksichtigung der Tanzeinlagen ist das mehr als verständlich.    

Drei der während der Show genutzten und einzigartigen Instrumente ("The bell", "The harp" und "The cone") werden aktuell von der Band für einen wohltätigen Zweck versteigert. Im Video zu "Live at Terminal 5" sind die Instrumente im Einsatz:



"Live at Terminal 5" gibt es in diversen Formaten. Echte Fans kaufen dazu natürlich das Buch und den Sportbeutel.

Die Songs auf "Live at Terminal 5" stammen von:



Mittwoch, 13. September 2017

Musik: Zola Jesus - Okovi
























Dramatisch und düster. 


Die Anzahl der bei Wikipedia zu Künstlern hinterlegten Musikgenres ist für mich immer wieder ein Quell der Überraschungen. Zola Jesus hätte ich bislang profan als Mischung aus Synth-Pop, Electro und Goth bezeichnet. Wikipedia bemüht allerdings die Bezeichnung "Hypnagogic Pop". Schaut selbst, was das sein soll. 

Hinter Zola Jesus steckt Nicole Hummel oder auch Nika Roza Danilova, man weiß nicht so richtig. Auf jeden Fall lebt sie in den USA. Ihre ersten drei Alben erfuhren durchaus Interesse bei Hörern und Kritikern. Nach einem kurzen Ausflug zu Mute Records für das vierte Album "Taiga" ist Zola Jesus wieder bei Sacred Bones Records gelandet. Die relativen Charterfolge des dritten Albums "Conatus" konnte Frau Hummel nicht wiederholen oder gar toppen. Dafür war "Taiga" einfach zu uninspiriert und mehr "Tundra" statt "Taiga". 

Das fünfte Album "Okovi" liefert mit seinem Namen erfreulicherweise wieder das Bild für Vergleiche: Das Wort steht für "Fesseln". Der Goth-affine Hörer wird die Stimmung des Albums gerne nutzen, um sich von selbiger fesseln zu lassen. Gleichzeit bekennt sich Zola Jesus auch wieder zu den Fesseln, die sie sich mit den ersten Alben angelegt hat. Der Fluchtversuch mit "Taiga" ist kläglich gescheitert. 

Für mich ist "Okovi" eine Mischung aus Synth-Pop, Electro und Goth und gelungener als der Vorgänger. Die Originalität und trotz aller Depressionen auch die Tiefe von "Conatus" werden allerdings nicht erreicht. "Soak", "Veka" und "Wiseblood" sind meine Empfehlungen darauf. 

Das Video zu "Soak":


Natürlich darf ein Song zum Thema "Exhumierung" nicht fehlen:


Zola Jesus' Tourdaten:

  • 28.10. Köln
  • 20.11. Nürnberg
  • 22.11. Berlin
  • 23.11. Leipzig
  • 25.11. Frankfurt
  • 29.11. Hamburg
"Okovi" ist:

Dienstag, 12. September 2017

Musik: LCD Soundsystem - American dream
























Weder Comeback noch Musik überraschen. 

Wäre dieses Album vor fünf Jahren erschienen, wäre es eben ein weiteres LCD Soundsystem-Album gewesen. So ist es aber das Comeback-Album, nachdem James Murphy im Jahr 2011 das letzte Konzert der Band gespielt und vermarktet hat. Nun ist LCD Soundsystem nicht die erste Band, die nach einem "Ende" zurückkehrt. Doch in meiner Erinnerung verkündete Murphy damals recht überzeugend, das bezüglich LCD Soundsystem alles gesagt bzw. gespielt ist. Ebenso gut erinnere ich mich aber auch an die Stimmen, die bereits damals ein Comeback in einigen Jahren prophezeiten. Mit den ersten beiden Alben "LCD Soundsystem" und "Sound of silver" hat sich die Band so viele Fans erspielt, dass kein Comeback eigentlich nicht vorstellbar war, selbst wenn Murphy mit "Drunk girls" vom letzten Album "This is happiness" einige Credits verspielt hatte. 

Seit 2016 gab LCD Soundsystem bereits einige Konzerte (u. a. unter dem Motto "Back from the dead" an Ostern), nun erschien mit "American dream" das vierte Studioalbum seit Gründung der Band vor 15 Jahren.  Die vorab veröffentlichten Titel "Call the police" und "American dream" kamen recht unscheinbar daher und sie dämpften meine Erwartungen doch arg. Interessanterweise gehören gerade diese beiden Tracks zu den schwächeren Titeln des Albums. "Other voices", "How do you sleep?" und "Emotional haircut" hingegen zeigen die Energie, die ich an LCD Soundsystem schätze. In seiner Gesamtheit ist "American dream" eine sichere Bank und für James Murphy eine gute Gelegenheit, die Konzertsäle dieser Welt in wilde Electro-Punk-Discos zu verwandeln. Leider sind aktuell keine Deutschland-Konzerte geplant. 

"Tonite":


"Call the police":


"American dream" ist:

Montag, 11. September 2017

Konzert: Tori Amos in Den Atelier Luxembourg, 10.09.2017



(Das Foto hat Dirk gemacht)


Mehr als eine kleine Frau und ein großes Klavier braucht es manchmal nicht.

Tori Amos wollte ich schon seit geraumer Zeit mal live sehen. Aber Eintrittspreise, Ort und / oder jeweils aktuelles Album ließen mich dann von einem Besuch absehen. Für ein Konzert im übersichtlichen Den Atelier (Kapazität 800 Zuschauer) in Luxembourg konnte ich mich erwärmen. 


Neben Toris Equipment ließ die Bühne nicht viel Platz, aber für die drei Herren von Bell X1 reichte es allemal. Die irische Band wird Amos bei allen Konzerten außerhalb ihrer Heimat begleiten. Dort sind sie eine ziemlich große Nummer und wahrscheinlich als Support Act zu bekannt. Bell X1 habe ich ca. 2003 bereits als Vorgruppe von Starsailor erleben dürfen. Nach fast 15 Jahren ist eine Auffrischung angebracht. Pünktlich um 20 Uhr begann deren 30 minütiger Auftritt. Den ersten Song "Upswing" des 2016er Albums "Arms" hatte ich noch im Ohr. Die weiteren Titel plätscherten weitgehend vor sich hin, Leonard Cohen wurde mit "In my secret life" gehuldigt. Den Job einer Vorgruppe hat Bell X1 an dem Abend souverän erledigt. 



Für die ersten Auftritte ihrer aktuellen Tour verzichtet Tori Amos auf eine Begleitband. Ich bin gespannt, ob die ersten Konzerte in den kleinen Clubs als Aufwärmphase dienen und sie für die großen Hallen Begleitmusiker einspannen wird. 

Am Eingang der Location passierten die Besucher einige Kisten und Tonnen mit Tori Amos' "Catering". Ich wüsste schon gerne, was in solchen Tonnen angeliefert wird. Ich vermute, die Crew konnte sich hinreichend stärken. Es galt ja immerhin, das Bösendorfer Piano auf die Bühne zu wuchten. 


Vor dem Auftritt schauten dann noch einmal der Klavierstimmer und gleich mehrfach der "Tastenputzer" vorbei. Offensichtlich legt Frau Amos wert auf eine tadellose Vorbereitung. Nach fast 30 Jahren im Geschäft hat sie diesbezüglich sicher einige Pannen erleben müssen. 

Tori Amos' Setlists sind sehr dynamisch und daher für das Publikum meist eine Wundertüte. Hardcore-Fans wird das nicht schocken, ich verzichtete aber darauf, den gesamten Back-Katalog auswendig zu lernen. Allein durch die Vorbereitung auf Basis der letzten drei Konzerte kamen mir schon einige Songs unter, denen ich in der Vergangenheit nicht viel Aufmerksamkeit geschenkt hatte. Zumindest der Opener "i i e e e" von "From the choirgirl" war vorhersehbar. Anschließend sorgte eine XXL-Version von "Crucify" zu Begeisterung im Publikum. Mit "Fire on the side"ging sie danach sogar zeitlich noch einen Schritt weiter zurück, um anschließend mit "Jackie's strenght" wieder bei "From the choirgirl" zu landen. Für "Fire in the side" studierte Amos noch kurz ihre Aufzeichnungen, die Rolle einer leicht verwirrt-schrulligen "old lady" verkörperte sie an diesem Abend glaubhaft.  

(Foto von Dirk)

Mit "1000 oceans" (welches sie wie "Mary's eyes" von der aktuellen Platte ihrer Mutter widmete) verblieb Amos noch im letzten Jahrtausend, von dort war der Weg zu "Tear in your hand" vom Solo-Debüt auch nicht so weit. 

Während ihrer aktuellen Konzerte präsentiert Tori Amos jeweils zwei Cover-Versionen im "Fake Muse Network". Gestern waren es "Famous blue raincoat" (ja, noch einmal Leonard Cohen an diesem Abend) und "A case of you" von Joni Mitchell. Mit "Reindeer king" (der einzige Titel des aktuellen Albums "Native invader", auch hier werde ich mit Interesse verfolgen, ob im Verlauf der Tour weitere aktuelle Songs auf die Setlist befördert werden) endete für mich eine kleine Durststrecke mäßiger spannender Titel.

(Noch ein Foto von Dirk)

"Ruby through the looking glass" war eine weitere Überraschung im Set, die Begleit-EP zur "Welcome to sunny Florida"-DVD hatte ich tollkühn in der Vorbereitung vernachlässigt. Tori Amos' erfolgreichstes Album "Under the pink" wurde mit "Cloud on my tongue" bedacht. Richtig Fahrt nahm sie dann noch mal mit "Blood roses" von "Boys for Pele" auf, bislang eine der wenigen Konstanten auf der Tour. "Bliss" von "To Venus and back" beendet das Set, mit den Zugaben "Flavor" vom 2009er Album "Abnormally attracted to sin" und einer sehr langen Version von "A sorta fairytale" von "Scarlet's walk" macht die Musikerin gut 100 Minuten voll. 


Die Setlist:

  • i i e e e
  • Crucify
  • Fire on the side (von Y Kant Tori Read)
  • Jackie's strength
  • 1000 oceans
  • Tear in your hand
  • Famous blue raincoat (Leonard Cohen)
  • A case of you (Joni Mitchell)
  • Reindeer King
  • Ruby through the looking-glass
  • Cloud on my tongue
  • Blood roses
  • Bliss
  • Flavor
  • A sorta fairytale


Wahrscheinlich müsste ich ein besserer Fan sein, um Toris Set uneingeschränkt genießen zu können. Aber bis auf die erwähnte Durststrecke fühlte ich mich gut unterhalten und Toris spürbare Spielfreude ergriff mich durchaus. Schön, sie in einer solch intimen Atmosphäre gesehen zu haben. 

(Und noch einmal ein Foto von Dirk)

Sonntag, 10. September 2017

Samstag, 9. September 2017

Früher liefen solche Sachen im Musikfernsehen: U2 - Bullet the blue sky

Zum 30. Geburtstag angepasst an die aktuelle Lage:

Freitag, 8. September 2017

Musik: Tori Amos - Native invader
























Starke Gefühle statt Experimente. 

Nunmehr 15 Alben hat Tori Amos seit ihrem Debüt im Jahr 1992 veröffentlicht. Nachdem sie ihre Fans mit Klassik-, Weihnachtslieder- und Orchester-Alben auf ungewohnte Pfade entführt hatte, klang das letzte Werk "Unrepentant geraldines" nach einer Rückkehr in gewohnte und gefälligere Sphären. Diesen Weg setzt die Amerikanerin mit "Native invader" fort. Einem festen Konzept wie z. B. bei "Strange little girls" oder "Scarlet's walk" folgt "Native invader" nicht, statt dessen mischen sich sehr persönliche Songs die von Amos' kranker Mutter (das ergreifende "Mary's eyes") sowie ihrem Großvater und Naturbeobachtungen ("Up the creek") beeinflusst sind mit solchen zu politischen Themen. Letztere entstanden vor allem unter dem Eindruck des Ergebnisses der letzten Präsidentenwahl in den USA.    

Vielfältige aber pro Songs meist sparsame Instrumentierungen lassen erfreulich viel Raum für Toris Stimme und Piano. Auf "Reindeer king" zelebriert sie diese Stärken eindrucksvoll.  

Die Liste der starken Songs erweitere ich über die bereits genannten hinaus noch um "Cloud riders", "Chocolate song" und "Climb". Zwischen all diesen finden sich auch einige weniger erinnerungswürdige Titel, so dass "Native invader" einen gemischten Eindruck hinterlässt. Vielleicht ist nach nach zwei "herkömmlichen" Alben auch mal wieder Zeit für Experimente, so dass die Hörer ein Werk wie "Native invader" wertschätzen können. ;-)  

"Cloud riders":


"Up the creek":


Tori Amos' Termine in Deutschland (mit Bell X1 als Support):
  • 16.09. Frankfurt
  • 26.09. Hamburg
  • 27.09. Essen
  • 29.09. Berlin
  • 30.09. München
"Native invader" ist:

Donnerstag, 7. September 2017

Vorhören: The National - Sleep well beast

Kurz vor Veröffentlichung stellten The National ihr neues Album "Sleep well beast" live komplett vor. Dort

Mittwoch, 6. September 2017

Buch: Val McDermid - Anatomie des Verbrechens: Meilensteine der Forensik

























Eher ein gutes Sachbuch als eine spannende "True Crime"-Story. 

"True Crime"-Romane konnte mich schon häufig begeistern, besonders wenn es sich um Schilderungen bekannter Straftaten handelte. Seit geraumer Zeit habe ich aber kein interessantes Buch dieses Genres entdecken können. Val McDermids "Anatomie des Verbrechens" schien mir da ein aussichtsreicher Kandidat. Die Promo-Aussage "True Crime at its best" klang eindeutig. Außerdem hat die schottische Autorin McDermid in der Vergangenheit schon eine Reihe spannender Thriller verfasst und dafür einige Auszeichnungen eingeheimst. 

"Anatomie des Verbrechens" erfüllte meine Erwartungen nicht, überraschte mich aber als lehrreiches Sachbuch. McDermid hat sehr detaillierte Recherchen betrieben, um die Methoden der forensischen Ermittlung von ihren Ursprüngen bis heute beschreiben zu können. Aufgeteilt nach den einzelnen Sachgebieten wie u. a. Entomologie (dieses Kapitel sollten Menschen mit einem angespannten Verhältnis zu Insekten auslassen), Pathologie, Blutspuren/DNA und digitaler Forensik beschreibt sie jeweils die Hintergründe sowie Möglichkeiten und auch Grenzen der Methoden. Die Fallbeispiele werden meist nur angerissen und der Ausrichtung des Buchs entsprechend angemessen sachlich geschildert. Spannung kommt auf diesem Weg nie auf. Wie bereits erwähnt, als unterhaltsames und lehrreiches Sachbuch zum Thema Forensik kann "Anatomie des Verbrechens" glänzen. In Erwartung spannender "True Crime"-Stories ist eine (wenn auch vorübergehende) Enttäuschung vorprogrammiert. Mit den Einsichten dieses Buchs in die Forensik fühle ich mich nun aber bestens gewappnet, Krimis und Thriller bezüglich der Ermittlungsmethoden kritisch zu beleuchten.

Unterhaltsam ist die auf vielen Seiten des Buchs aufgedruckte Fliege. Da sich ihre Position im Verlauf ständig ändert, war ich häufig versucht, sie zu verscheuchen. 

Dienstag, 5. September 2017

Musik: Casper - Lang lebe der Tod

























So gefällt mir sogar Rap. 

Auf Casper wurde ich im Jahr 2011 über Thees Uhlmanns "& Jay-Z singt uns ein Lied" aufmerksam. Im Gegenzug sang Uhlmann auf dem Titelsong des Durchbruch-Albums "XOXO". Wie dieses erklomm auch der Nachfolger "Hinterland" zwei Jahre später Platz eins der Charts. Dieser Erfolg steht nun auch "Lang lebe der Tod" bevor.

Früh in seiner musikalischen Entwicklung ruinierte Casper sich in Hardcore- und Punk-Bands die Stimme, entsprechend rau klingt sie heute. Dieser Aspekt, seine Nähe zum Rock und die stellenweise harten Electro-/Dub-Beats machen mir seine Musik zugänglich. Vor allem die Titel "Keine Angst", "Sirenen", "Morgellon" und "Wo die wilden Maden graben" machen "Lang lebe der Tod" zu meinem Quoten-Rap-Album des Jahres 2017. Die düstere Grundstimmung des Album leisten ihren Beitrag zu meiner relativen Begeisterung.

Ansehnlich ist die Liste der Gäste, die auf "Lang lebe der Tod" für Abwechslung sorgen, Blixa Bargeld, Dagobert und Sizarr sind beim Titlesong dabei, an meinem Favoriten "Keine Angst" hat Drangsal einen entscheidenden Anteil und auf "Lass sie gehen" geben sich gar Portugal. The Man die Ehre.

Das Video zu "Keine Angst":


"Sirenen":


Casper live:
  • 31.10. Münster
  • 04.11. Stuttgart
  • 08.11. Hamburg
  • 10.11. Dortmund
"Lang lebe der Tod" ist:

Montag, 4. September 2017

Podcast: Matt Berninger über das neue The National-Album

Voller quälender Vorfreude auf das neue The National-Album "Sleep well beast"? Dieser Podcast mit Matt Berninger wird selbige befeuern. Dort und hier:

Sonntag, 3. September 2017

Konzert aus der Konserve: The War On Drugs@KEXP

The War On Drugs haben für KEXP einige Songs eingespielt, darunter auch mit "Pain" und "Holding on" zwei meiner Favoriten des aktuellen Album "A deeper understanding".

Freitag, 1. September 2017

Früher liefen solche Sachen im Musikfernsehen: St. Vincent - New York

Ohne Video war der Song etwas fad. Das Video zeigt eine runderneuerte Annie Clark. Ich bin gespannt auf das Album.