Die besten Geschichten schreibt das Leben. Und ich schreibe mit.

Samstag, 31. März 2018

Freitag, 30. März 2018

Musik: The Decemberists - I'll be your girl

























Synthesizer bei The Decemberists? Klappt. 



Viele der nunmehr acht Alben der Decemberists passen gut in den Dezember. Die Band aus Portland um Colin Meloy steht trotz Affären mit anderen Genres für gepflegten Indie-Folk. In ihrer Heimat konnte sie mit "The King is dead" im Jahr 2011 ein Nummer 1-Album verzeichnen, mit der Single "Make you better" erreichte sie 2014 ebenfalls die Peak Position. Trotz einer soliden Fan-Basis sind The Decemberists aber eher eine Kritiker- und Liebhaberband. 

Seit dem fünften Longplayer "The crane wife" arbeitete die Band mit dem Produzenten Tucker Martine zusammen. Für "I'll be your girl" stand nun erstmals der ebenfalls sehr gefragte und musikalisch breiter aufgestellte John Congleton an den Reglern. Diese äußere Zeichen der Veränderung manifestiert sich musikalisch in rockigeren Tönen und vor allem in dem für The Decemberists bislang ungewöhnlichen Einsatz von Synthesizern. Congleton sorgte dafür, dass The Sparks mit Franz Ferdinand auf "FFS" funktionierte, er forderte St. Vincents Fans mit "Masseduction" und er produzierte eines meiner Alben des Jahres 2016, "Boy King" von den Wild Beasts.

Ob es die Synthesizer, Congleton, die Stimmung der Band oder alle Faktoren gemeinsam waren: "I'll be your girl" bringt frischen Wind in die Diskographie der Decemberists. Die Indiefolk-Wurzeln werden nicht verleugnet, aber in Kombinationen mit den "neuen" Instumenten und Inspirationen großer Bands der 70er und 80er Jahre entstanden tolle Lieder wie "Cutting stone", "Severed" (auf meiner Longlist der Songs des Jahres), "Starwatcher" und das epische Doppel "Rusalka, Rusalka / The wild rushes". Für den Dezember sind allerdings nur wenige Songs auf "I'll be your girl" geeignet. 

Das Video zum tollen Song "Severed":


"We all die young":


Am 16.11. treten The Decemberists in Berlin auf.

"I'll be your girl" ist:

Donnerstag, 29. März 2018

Buch: Alex James - Bit of a blur


























Ein guter Grund, mal wieder alle Blur-Alben zu hören. 

Song-Texte sind mir selten wichtig, weil ich von Musikern wenig erhellende Botschaften erwarte. Bücher von Musikern sollten mir daher erst recht egal sein... es sei denn, sie schreiben über sich selbst. 

Alex James ist Blurs Bassist. Bereits im Jahr 2007 erschien seine Biographie "Bit of a blur". Ich kenne alle Blur-Singles und die Alben werde ich auch alle gehört haben. Als Fan der Band darf ich mich aber nicht bezeichnen. 

James berichtet von seiner Zeit vor Blur, seinem Studium, bei dem er zuerst Graham Coxon, dann Damon Albarn und schließlich Dave Rowntree kennenlernte. Im Verlauf der Autobiographie lässt sich ein schöner Verlauf erkennen: Ging es anfänglich noch im Kern um die Musik und Blur sowie die spannende Zeit bis zum ersten Plattenvertrag, lernte James über den Erfolg das "süße Leben" inklusive vieler Frauen und viel Alkohol kennen. Anscheinend ist oder war er Damien Hirsts Kumpel, zu dem Künstler hat er viele Geschichten zu erzählen. Käse, Astronomie und sein Pilotenschein sind James' Hobbies, denen im hinteren Teil des Buchs viel Raum eingeräumt wird. Und irgendwann wurde sogar das Partytier Alex James offenbar sesshaft, die Gründung einer Familie  auf einer Farm ist das "Happy end", welches ich nach den ersten Kapiteln nicht erwartet hätte. 

Da das Buch sich mehr oder weniger ausführlich zu allen sieben Alben bis "Think tank" auslässt, war die Lektüre eine tolle Gelegenheit, mal wieder alle Blur-Alben zu hören und teilweise sah ich diese nun mit anderen Augen... oder hörte sie mit anderen Ohren? Und erst durch das Buch habe ich von Alex James' größten Hit erfahren: "Vindaloo" von Fat Les. Wie konnte dieser Fußballknaller mir bislang verborgen bleiben?

Sagt man Bassisten nach, dass sie der Natur ihres Instruments entsprechend etwas einfacher gestrickt seien? Alex James tut in "Bit of a blur" wenig, um diesem üblen Gerücht entgegenzuwirken. Er wirkt aber eben so sympathisch wie der Mitschüler und Kommilitone, der eben vor allem auf allen Parties anzutreffen war. 

Mittwoch, 28. März 2018

Graphic Novel: Sarah Glidden - Israel verstehen in 60 Tagen oder weniger

























Etwas Israel und gleichzeitig ein Stück weit die USA verstehen in einer Graphic Novel.


Ich habe regelmäßig mit Israelis zu tun und in den Nachrichten sind Israel und die benachbarten Länder allgegenwärtig. Durch Erzählungen hatte ich schon einige Eindrücke gewonnen, aber der Titel der Graphic Novel "Israel verstehen in 60 Tagen oder weniger" schien verlockend und eine Möglichkeit, mehr über Israel und die Hintergründe der Konflikte zu erfahren. 


Sarah Glidden ist Amerikanerin. Dank ihrer Herkunft war sie berechtigt, an einer "Birthright Israel" Tour teilzunehmen. 18-32jährige Menschen jüdischer Abstammung dürfen sich während einer solchen gesponserten Reise Israel anschauen und sich mit der Kultur und dem Leben dort vertraut machen. Der Trip führte sie nach Jerusalem, Tel Aviv, auf die Golanhöhen, an den See Genezareth und in die Wüste. Wer den Aufwand und die Zeit einer solchen Tour auf sich nimmt, ist sicherlich interessiert und auch offen für die Erfahrungen. Nach eigenen Angaben nahm Glidden aber auch eine gesunde Portion Skepsis mit, da sie eine Propaganda-Veranstaltung erwartete. Diese Skepsis lässt sie in ironischen Bemerkungen im Verlauf der Graphic Novel immer wieder durchscheinen. 

Die Konstellation der Reisegruppe aus Sarah Gilden, zwei Journalisten und einem Ex-Soldaten eröffnet dem Leser diverse Perspektive auf vor allem diese Themen:
  • Journalismus
  • Kurden
  • Irak
  • Syrien
  • Irakische Flüchtlinge in Syrien
  • Syrien bevor die Hölle losbrach
  • US Soldaten.
"Israel verstehen in 60 Tagen oder weniger" ist für eine Graphic Novel erstaunlich lehrreich. Gerade die sehr unterschiedlichen Ansichten sowohl der Teilnehmer der Reisegruppe als auch der Menschen in Israel eröffneten mir einige Einblicke, die ich zuvor nicht hatte. Da die Reise aus Sicht einer Amerikanerin beschrieben wird, gibt es zugleich auch noch einen Eindruck vom Weltbild "der Amerikaner". 

Für die Lektüre habe ich mir Zeit gelassen. Da ich sie in der Originalversion gelesen habe wundere ich mich, dass ich dieses Zitat notiert hatte:
"Unsere Politker und ihre Politik sind nur so schlau wie wir selbst."
Auf jeden Fall finde ich es erwähnenswert.

Dienstag, 27. März 2018

Song: PJ Harvey and Harry Escott - An acre of land

PJ Harvey steuert einen tollen Song zum Film "Dark River" bei:

Montag, 26. März 2018

Musik: Mount Eerie - Now only

























Die Fortsetzung von Trauer... mit einigen Lichtblicken. 

Im letzten Jahr betrauerte Phil Elverum aka Mount Eerie mit "A crow looked at me" den Tod seiner Frau Geneviève Castrée. Das Album ergriff mich. Nun veröffentlichte er das neunte Mount Eerie-Album. Wie "A crow looked at me" nahm Elverum auch "Now only" in dem Raum auf, in dem seine seine Frau starb. Und natürlich ist es wieder sehr traurig geraten.

Der Titel des Openers "Tintin in Tibet" ließ darauf hoffen, dass sich Elverum bereits neuen Themen zuwenden konnte. Doch auch bei dieser "Tim & Struppi"-Geschichte geht es um Erinnerungen an seine Frau. Tatsächlich erinnert an eine Situation, in der er ihr eben "Tintin in Tibet" vorlas. Anschließend schildert er in "Distortion" über eine Dauer von elf Minuten streiflichtartig Episoden seines Lebens, natürlich auch mit den Referenzen zum Tod seiner Angehörigen. Meist reicht als Begleitung dazu eine Akustikgitarre. Persönlicher und ergreifender können Songs und die durch sie erzählten Geschichten kaum sein. Doch spätestens wenn während des Refrains des Titelsongs die  Zeilen "People get cancer and die, people get hit by trucks and die" erklingen, erscheint zumindest die Musik dazu freudiger.

Trotz aller Traurigkeit erscheinen auf "Now only" auch hoffnungsvolle Lichtblicke. Satellitenartig nähert sich Elverum wieder dem Indierock. 

"Distortion", "Now only" und "Earth" sind die eindrucksvollsten Titel auf diesem Album.  

"Distortion":


"Now only" ist:

Sonntag, 25. März 2018

Fantastisches Gemüse

Diese Pastinake erinnert mich an einen Elefanten, dem die Stoßzähne abgeschnitten wurden. 

Gibt es übrigens auch als Wurzelpetersilie.

Donnerstag, 22. März 2018

Version wars: Postmodern Jukebox vs. The White Stripes

Das Lied wurde bereits von Fußballfans zweckentfremdet. Dann tut das auch nicht mehr weh:

Das Original:

Mittwoch, 21. März 2018

Musik: Anna von Hausswolff - Dead magic

























Düstere Orgelmusik. 

Ich überlegte eine Weile, wie man Anna von Hausswolffs Musik beschreiben könnte. Letztendlich half mir ein bekanntes Videoportal. Unter dem Video zum Song "The mysterious vanishing of Electra"


schrieb eine Userin "Anna, you are my new Swans". Tatsächlich ist damit recht viel gesagt, zumindest wenn man die Swans kennt. Für alle anderen potentiellen Hörer wähle ich nüchtern die Wörter "düster" und "experimentell". Oder ich erwähne, dass ich am Rande der Reichweite meine Bluetooth-Verbindung erst nach einer ganzen Weile realisierte, dass die Verbindung zum Kopfhörer gestört war. 

Ihren ersten Song veröffentlichte die Schwedin im Jahr 2010 im zarten Alter von 23 Jahren. "Dead magic" ist ihr viertes Album. Ein wichtiges Element ihrer Musik ist die Orgel. Dazu wurden für dieses Album Aufnahmen in Kopenhagens Mamorkirken gemacht. Ich bin mir sicher, dass Annas Musik die vermutliche Größe des Raums ausfüllen konnte. Um der Musik gerecht zu werden, müsste es sich um eine sehr düstere Kirche, idealerweise im gotischen Stil handeln. Die Realität sieht anders aus.

"Dead magic" ist ein Album, welches eine eindrückliche Atmosphäre schafft und gleichzeitig in dieser aufgeht. Mit nur fünf Tracks kommt es auf über 45 Minuten Spieldauer. Einzig "The mysterious vanishing of Electra" erfüllt annähernd die Erwartungen an einen greifbaren Song. Der Rest ist keine leichte Kost aber für Freunde düsterer Stimmungen durchaus empfehlenswert. Ich denke idealerweise sollte man "Dead magic" spät in der Nacht nach ein paar Episoden "The Walking Dead" schauen.

"Dead magic" ist:

Montag, 19. März 2018

Konzert: Editors im Schlachthof Wiesbaden, 18.03.2018

Grundsätzlich bewundere ich den Ehrgeiz von Musikern, kurz nach Albumveröffentlichung die Welt von der Qualität der neuen Songs überzeugen zu wollen. Manchmal gewinnen Songs ja live... darauf hoffte ich auch bei diesem Konzert. Das Album "Violence" überzeugte mich nicht, aber live sind die Editors ja fast immer eine Reise oder zumindest eine Fahrt wert. 

Gespannt war ich aber vor allem auf den Support Act Public Service Broadcasting. Deren bisherige Alben fand ich sehr gelungen. Neugierig war ich bezüglich der Live-Umsetzung. Ein wichtiges Element sind die Videos, die jeden Song begleiten. Zwischen den drei Musikern war eine große Leinwand aufgebaut, auf die diese projiziert wurden und die jeweils zum Thema des Songs passten.


Die Kombination aus Samples, Video und Live-Instrumenten fügte sich perfekt ineinander. Live wirkten viele der Titel wesentlich härter und mitreißender als auf den jeweiligen Alben. Ich denke auch Zuschauer, welche die Band bislang nicht kannten, konnten sich für diesen Einstieg in das Editors-Konzert begeistern. 


"Gagarin" und "Spitfire" gefielen mir live besonders gut. Über die 45 Minuten Spieldauer fühlte ich mich sehr gut unterhalten. Viel länger hätte das Set nicht dauern müssen, dafür sind die Titel zum Teil einfach zu lang. Public Service Broadcasting erscheint mir als eine perfekte Vorgruppe. Größten Respekt habe ich vor dem Drummer der Band. Er hat ein ständiges "Dauerfeuer"geliefert. Ich denke auch für ihn waren 45 Minuten genug. 

Pünktlich um 21 Uhr wurde der Vorhang gelüftet und damit der Blick freigegeben auf das Bühnenbild der aktuellen Tour der Editors. Keine aufwendigen LED-Installationen sondern plastische Strukturen bildeten den erfreulich ruhigen Hintergrund. 


Bei den Editors stehen Tom Smith und seine Gesten im Mittelpunkt. Auch wenn ich über die elf Konzertjahre wahrscheinlich alle möglichen Variationen der Bewegungen gesehen habe, geben sie den meisten Songs doch noch einen Kick. 



Bis auf einen Titel fanden alle Songs des aktuellen Albums den Weg in die Setliste. Die Editors verfügen über zahlreiche tolle Lieder, die trotz mäßiger neuer Nummern noch für ein starkes Set sorgen könnten. Leider gibt es da auch noch die erfolgreichen Hits, die ebenfalls gespielt werden wollen. Liebes Publikum: Wer bei "Papillon" ausrastet, darf sich nicht über neue Titel wie "Violence" wundern. Die Electro-/Disco-Ambitionen der Band scheinen besonders in Deutschland gut anzukommen. 

Wenn Tom eine Gitarre umgehängt hat, ist das ein Indikator für einen der Titel der ersten beiden Alben. Daher freute ich mich immer, wenn der Gitarrenträger wieder ein Instrument überreichte.


Auch Tom am Klavier ist meist ein gutes Omen:


Sobald Smith sich auf den Gesang beschränkt, handelt es sich meist um die aktuelleren und elektronischeren Titel. Live konnten einige der neuen Songs durchaus noch etwas gewinnen, so z. B. "Nothingness". Aber gerade die Beiträge zum Set von "In this light and on this evening" erweisen sich auch über die Zeit als unnötig. 


Trotzdem und vor allem wegen Smith sind die Editors weiterhin eine starke Live-Band. Die gut 100 Minuten wurden (fast) nie lang. Wenn sie irgendwann die echten Schätze ihres Repertoires auspacken, können wir auch wieder gute Freunde werden. 


Wie bei den letzten Tourneen bleiben die Editors auch bislang weitgehend ihrer Marschrichtung treu. Gegenüber den beiden vorangegangen Konzerten in Frankreich und Belgien wurde "Sugar" nach hinten verschoben. Somit entfiel der unglückliche Übergang zu "Lights". Die Tour ist noch jung. Ich bin gespannt, wie es auf dem Festival im Sommer wird. 

Die Setlist:
  • Hallelujah (So Low)
  • A Ton of Love
  • Darkness at the Door
  • Formaldehyde
  • Violence
  • No Harm
  • Lights
  • Blood
  • Munich
  • An End Has a Start
  • In This Light and on This Evening
  • Eat Raw Meat = Blood Drool
  • Nothingness
  • Belong
  • Sugar
  • The Racing Rats
  • Ocean of Night
Zugaben:
  • No Sound but the Wind
  • Cold
  • Magazine
  • Papillon
  • Marching Orders
Damit stammten die Songs von:


Sonntag, 18. März 2018

Konzert: Loch Lomond in Ursulas und Dirks Wohnzimmer in Montabaur, 17.03.2018


Bereits zum zehnten Mal luden gestern Ursula und Dirk in ihr Wohnzimmer, um dort mit gepflegter Musik, leckeren Snacks und netten Menschen für beste Unterhaltung zu sorgen. 

Dank dieses Konzerts kennt nun die Band Loch Lomond aus Portland, Oregon auch Montabaur und das Schloss Braunfels, von dessen Besuch auf dem Weg nach Montabaur sie schwer beeindruckt waren. Die Band befindet sich aktuell auf Europatour. Bei einigen Daten als Support Act für Typhoon tritt sie in verschiedenen Konstellationen auf. Gestern waren Ritchie Young, Brooke Parrott, Pete Bosack und Anna Hoone als musikalische Botschafter im Westerwald. 


Erstmalig bei diesen Wohnzimmerkonzerten teilten sich vier Musiker die "Bühne". Da sich Ritchie, Brooke und Anna an den Instrumenten ablösten, kam es zu unterhaltsamen Wechselspielen. Es ist beeindruckend, dass so eine Band sowohl auf großen Bühnen als auch im Wohnzimmer funktioniert. 


Gegründet wurde Loch Lomond von Ritchie Young vor nunmehr 15 Jahren. Die Band kann aus dem Pool von fünf Alben schöpfen und streute darüber hinaus Cover von The Magnetic Fields und Damien Jurado ein. 


Die (während des Konzerts angepasste) Setlist:

Am Ende stand Anna Hoone allein mit ihrer Gitarre im Wohnzimmer ließ den Abend mit "Oh Mama" und somit mit Folg/Americana-Stimmung ausklingen. Zu ihrem ersten Album kann man übrigens dort beitragen. 


In absehbarer Zukunft wird Ritchie Young sein erstes Solo-Album veröffentlichten. Den Weg nach Montabaur kennt er ja nun...

Den Backstage-Bericht gibt es dort

Freitag, 16. März 2018

Früher liefen solche Sachen im Musikfernsehen: We Are Scientists - Your light has changed

So häufig wie Stephen Hawking in den Tagen seit seinem Tod zitiert wurde, könnte man meinen, wir seien alle Wissenschaftler. Für die Musik ist vor allem "Remember to look up at the stars and not down at your feet" wichtig. Ich denke damit wollte Hawking den Shoegaze-Fans neue Horizonte eröffnen. 

In diesem Sinne kommt die Band We Are Scientists mit einem weiteren rockigen Vorboten ihres neuen Albums "Megaplex" (angekündigt ist dieses für den 27.04.) um die Ecke. "Your light has changed" heißt der Song und hier gibt es das Video dazu:

Donnerstag, 15. März 2018

Musik: Anna Burch - Quit the curse


























Ein lässiges Debüt aus Detroit. 

Als ich mir "Quit the curse" einige Runden anhörte war ich mir unsicher, ob Anna Burch darauf naiv oder abgeklärt relaxt klingt. Dass es sich um ihr Debüt handelt, spricht für die Interpretation einer jungen, naiven Musikerin, die erstaunt in die Welt blickt. Doch tatsächlich hat die Dame aus Detroit bereits im Windschatten der Bands Frontier Rockus und Failed Flowers Erfahrungen und Songideen sammeln können. Zuvor machte sie eine Entwicklung von den typischen Disney-Kinderkanälen über erste Schritte ans Mikro mit Cover-Versionen von Bright Eyes und Fiona Apple durch. Mit 18 war sie dann schon mitten im Tourleben angekommen. Diesen Crash-Kurs "Musikbusiness" unterbrach sie für ein Studium in Chicago. Zurück in Detroit näherte sie sich stufenweise den Aufnahmen eigener Songs. Unterstützt wurde sie dabei maßgeblich von Collin Dupuis, der auch schon Lana Del Rey, Angel Olsen und The Mynabirds mixend zur Seite stand. 

Tatsächlich klingen nur Burchs glasklare Stimme und einige der Melodien naiv. Ihre Texte hingegen befassen sich mit unangenehmen Themen und Gefühlen rund um Beziehungen und auch Drogenmissbrauch. Nach Burchs Aussage verhalf ihr die Verarbeitung dieser persönlichen Themen zur gewünschten Kreativität. Ich wünsche ihr inständig, dass sie in Zukunft Songs auch vor angenehmeren Hintergrund entwickeln kann. Aber selbst wenn sie freudige Themen sänge, könnten sich die Lieder kaum positiver anhören, als sie es auch so tun. Musikalisch vereint sie souverän Indiepop, Indierock/Surf Rock, Country/Folk mit Singer/Songwriter-Attitüden. Über Albumlänge plätschert das manchmal etwas vor sich hin, aber "Tea-soaked letter", "Asking 4 a friend" und "In your dreams" sind gute Beispiele für die Spielfreude und den Hubraum der Musikerin. 

"Tea-soaked letter":


"2 cool 2 care":


Anna Burch nimmt sich im Mai vier Tage Zeit für Deutschland:

  • 11.05. Dortmund - Etepetete Indie Festival
  • 12.05. Offenbach
  • 13.05. Berlin
  • 14.05. München

"Quit the curse" klingt nach:

Mittwoch, 14. März 2018

Musik: Judas Priest - Firepower


























Das Alter macht Heavy Metal zu Hard Rock. 

Mit Heavy Metal hatte ich es nie. Es lag nicht an der Härte der Musik, damit kann ich umgehen. Aber es war mir einfach immer zu viel Macho-Gehabe und dann kamen noch die hässlichen Cover dazu. Es müssen schon sehr gute Kritiken gewesen sein, die mich "Firepower" anhören ließen. Judas Priest ist die Blaupause der Macho-Heavy Metal-Band und das Cover... nun ja. So ganz spurlos ging Judas Priest-Sänger Rob Halford während seiner Karriere nicht an mir vorüber. Sein von Trent Reznor als Two produziertes Album "Voyeurs" aus dem Jahr 1998 hatte tatsächlich den Weg in meine Sammlung gefunden. Der damals prophezeite Tod des Heavy Metals trat offensichtlich bislang nicht ein. 

"Firepower" ist das 18. Album der Band aus West Bromwich. In den nunmehr fast 50 Jahren ihres Bestehens haben die Herren viele Höhen und Tiefen erlebt. "British steel" (1980) und "Painkiller" (1990) sind wohl als exemplarische Höhepunkte zu nennen. 


Die hard-Heavy Metal-Fans dürften von "Firepower" enttäuscht sein: Über weite Strecken ist das Album mehr Hard Rock denn Heavy Metal. Die Gitarrenläufe sind nicht gar so schnell und Rob Haldford singt eher, als dass er schreit. Vielleicht macht sich da sein Alter bemerkbar. Des einen Leid ist des anderen Freud. Ich finde "Firepower" richtig klasse. "Lightning strike", "Never the heroes", "Necromancer", "Children of the sun" und "Rising from ruins" sind einfach tolle Rock-Hymnen im Metal-Gewand. Heavy Metal ist nicht tot, nur etwas ruhiger geworden. 

Das Video zu "Lightning strike":


Judas Priest live in Deutschland:
  • 15.06. Gräfenhainichen - With Full Force Festival
  • 19.06. Freiburg
  • 20.06. Mannheim 
  • 31.07. München
  • 02.08. Wacken - Festival
  • 08.08. Dortmund
"Firepower" ist:

Dienstag, 13. März 2018

Grippewelle ist,...

... wenn im Drogeriemarkt der Kamillentee ausverkauft ist.

Montag, 12. März 2018

Musik: Editors - Violence


























Ehrenrunde in der Identitätskrise.

Es ist eine Weile her, dass mich ein Editors-Album komplett überzeugt hat. Seitdem probierte die Band aus Birmingham einige Musikstile und sich selbst aus. Die Qualität und Stimmung ihrer beiden ersten Alben erreicht sie aber leider bislang nicht mehr. Auf ihrem sechsten Album "Violence" versucht es die Band in der Breite: Die New Wave- und Post Rock-Phasen fehlen dabei ebenso wenig wie das Elektro-Geblubber, welches ab "In this light an on this evening" ins Repertoire aufgenommen wurde. Auch dem "Indierock goes arena"-Trieb wird Tribut gezollt. 

"Violence" ist kein schlechtes Album, neben den stärken Titeln "Hallelujah (so low)", "Magazine" und mit Einschränkungen auch "Nothingness" wird mit "Belong" eine hörenswerte Ballade geboten.  "No sound but the wind" erscheint endlich auf einem offiziellen Editors-Album, so dass man sich nicht mehr den "New moon"-Soundtrack der Twilight Saga oder das "Unedited" Box-Set kaufen muss, um den Song zumindest in einer Version zu besitzen. Allein ein roter Faden oder eine Richtung fehlen "Violence", um es zu einem erinnerungswürdigen Werk zu machen. So liefert es Material und einen Anlass, für eine neue Tour. Live halte ich weiter große Stücke auf Tom Smith. 

Die Editors live in Deutschland:
  • 18.03. Wiesbaden
  • 24.03. Münster
  • 25.03. Köln
  • 31.03. Hamburg
  • 01.04. Berlin
  • 02.04. Leipzig
  • 20.04. München
  • 19.-22.07. Cuxhaven - Deichbrand Festival
  • 27.07. Lörrach - Stimmen-Festival
  • 27.07.-28.07. Dortmund - Juicy Beats Festival
  • 01.-04.08. Lünen - A Summer's Tale Festival
  • 17.-19.09. Leipzig - Highfield Festival
"Hallelujah (so low)":

"Violence" ist:

Sonntag, 11. März 2018

Samstag, 10. März 2018

Vorhören: Mount Eerie - Now only

Das traurigste Album des letzten Jahres war "A crow looked at me". Noch heute ergreift mich der Gedanke an die Geschichte. Phil Elverum legt nächste Woche mit "Now only" nach. Das Album gibt es dort schon jetzt als Stream

Freitag, 9. März 2018

Früher liefen solche Sachen im Musikfernsehen: A Perfect Circle - Disillusioned

"Eat the elephant", das neue Album der Tool-Ersatzdroge A Perfect Circle wird am 20.04. erscheinen. Drei Songs daraus sind bereits bekannt, zu "Disillusioned" gibt es nun auch ein Video.

Donnerstag, 8. März 2018

Musik: The Orielles - Silver dollar moment

























Kein Dream-Pop, aber verträumt.

The Orielles sind die beiden Schwestern Sidonie B and Esmé Dee Hand Halford sowie deren bester Freund Henry Carlyle Wade. Aus einer Party-Bekanntschaft und der gemeinsamen Bewunderung für 90er Bands wie Sonic Youth und die Pixies wurde eine Freundschaft. Die bis dahin fehlenden Fähigkeiten an den Instrumenten wurden rasch erlernt und schon war die Band aus Halifax / Liverpool komplett. 

Die drei jungen Musiker positionieren sich im Indierock. Sie verstehen es, einerseits verträumt aber andererseits ungeschliffen nach Garage / Surf Rock zu klingen. Und viele der "Uuuhs" und "Ooohs" öffnen die Tür zum Indiepop. Über Albumlänge kann mich das nicht komplett überzeugen, aber allein schon die drei starken Songs ("Old stuff new stuff", "Let your dog tooth grow" und "I only bought it for the bottle") lassen mich auf eine aussichtsreiche Entwicklung der Band hoffen. 

"Let your dogtooth grow":


"I only bought it for the bottle":



The Orielles live in Deutschland:
  • 07.04. Hamburg
  • 08.04. Berlin
"Silver Dollar moment" ist:

Mittwoch, 7. März 2018

Download: The Austin 100 2018

Das SXSW Festival in Austin wird Freitag beginnen. Bei NPR gibt es wie in den Vorjahren 100 exemplarische Songs als Download und Stream. Dort

Dienstag, 6. März 2018

Musik: Great News - Wonderfault




Wundervolle Songs aus dem regnerischen Bergen. 

Selten haben ich die ersten drei Songs eines Album auf derart unterschiedliche Fährten gelockt. Der Opener "Sleep it off" lässt mich noch an ein solides Indierock-Album mit prägnanten Gitarren glauben. Mit dem nachfolgenden Titelsong verbinde ich direkt Tears For Fears, sprich 80er Jahre Synth-/Eletropop. Und dann kommt "Make me feel" einer der tollsten Indierockpop-Titel des Jahres. Doch damit ist das Pulver noch nicht verschossen, im weiteren Verlauf folgen noch zwei weitere bereits veröffentlichte Singles und etwas Dreampop/Shoegaze. Die Band selbst bezeichnet die Musik übrigens als "Daze-Pop".

Schon bei Kakkmaddafakka möchte man kaum glauben, dass sie Band aus dem angeblich verregneten Bergen stammt. Denn auch Great News kommen aus dieser Stadt und ihre Musik ließe mich keinesfalls an trübes Wetter oder an eine trübe Stimmung denken. Great News besteht aus Even Kjelby (Gitarre & Gesang), Kim Åge Furuhaug (Drums) und Ole Kristian Einarsen am Bass. Ihrem Debüt "Wonderfault" hört man die Spielfreude der drei Freunde an. Mit viel Enthusiasmus haben sie eine Platte geschaffen, die mir bei bislang jedem der mindestens zwölf Durchläufe mehr Freude bereitet hat. 

"Sleep it off", das euphorisierende "Make me feel", "Told" und "Never get my love" sind die besonders starken Titel auf diesem wundervollen Album. 

Das Video zu "Secrets":


"Told":


"Never get my love":


"Wonderfault" ist:


Montag, 5. März 2018

Musik: Superorganism - Superorganism


























[NSFT]: Not safe for traffic. 

Ich denke die Aussage dieses Covers lautet: Bitte dieses Album nur in der grünen Natur anhören. Diese Empfehlung ist angebracht. Da hubt, kracht, rumpelt, stöhnt, piept und zischt es an jeder Ecke.  In vielen anderen Umgebungen (vor allem im Straßenverkehr oder während der Nutzung elektronischer Geräte) kann "Superorganism" irritierend wirken.

Die acht Musiker, die den Superorganism bilden, stammen aus verschiedenen Teilen der Welt. Sie lernten sich in den Weiten des Internets kennen, vier der Musiker spielten schon gemeinsam in der Band The Eversons. Aus vielen wilden Ideen wurden einige konkrete Ansätze und schließlich fand man sich physisch in London zusammen. Dort lebt das Kollektiv seit dem letzten Jahr in einem Haus zusammen. Der Bandname erscheint daher sehr passend. Irgendetwas fehlte der Gruppe aber noch, da erinnerten sie sich an die Japanerin Orono, sie mit ihren Lo-Fi-Versionen von Weezer- und Pavement-Songs offensichtlich einen Eindruck hinterlassen hatte. Diesen Input hört man auf dem Debütalbum ebenso heraus wie indiepoppige Lebensfreude und die ausufernde Einbindung von Field Recordings. Die Band bezeichnet das als "Weird Pop". 

Die ersten Aufnahmen mit Oronos Gesang erfolgten über die Distanz des Atlantiks, weil sie zu dem Zeitpunkt in New England lebte. Die resultierende Debüt-Single erregte viel Aufmerksamkeit bei Soundcloud. Mit der bis dahin recht unbeobachteten Entwicklung von Superorganism war es dann vorbei. 

"It's all good", "Reflections on the screen" und "The prawn song" sind meine Anspieltipps für dieses frische und stellenweise freche Debüt. 

Das Video zu "Reflections on the screen":


"It's all good":


"Superorganism" klingt nach:

Sonntag, 4. März 2018

Buch: Yrsa Sigurðardóttir - DNA


























Brutale Morde in Island. 

Drei Thriller zu Fällen des Ermittlerduos aus Kommissar Huldar und Psychologin Freyja hat Yrsa Sigurðardóttir bereits veröffentlicht. In Deutschland erschienen bislang die ersten beiden, "DNA" und "Sog". Durch "Sog" wurde ich auf die isländischen Thriller aufmerksam. Wenn ich mich an Krimi-Reihen traue, gehe ich üblicherweise chronologisch vor. Bei der Lektüre von "Sog" bewies ich offensichtlich Mut zur Lücke. Der Story konnte ich auch problemlos ohne Kenntnis des Debüts folgen, aber einige Andeutungen zur Vergangenheit machten mich neugierig. So griff eben doch noch zur "Vorgeschichte" in Form von "DNA" und konnte sehr schön die Parallelen zwischen den beiden Thrillern erkennen.


Beide beginnen mit einem Prolog, der viele Jahre zurück führt. Andeutungen über das unerfreuliche Schicksal, welches drei Waisenkinder ereilte, erzeugen schon zu Beginn die dunkle Stimmung, die auch "Sog" durchzog. Brutale Morde, mysteriöse Botschaften und das nicht konfliktfreie Arbeitsverhältnis zwischen Huldar und Freyja kristallisieren sich als weitere Gemeinsamkeiten der beiden Bücher heraus. 

Huldar wird durch Zufall bzw. besondere Umstände zum Verantwortlichen der Ermittlungen im Umfeld eines brutalen Mordes an einer jungen Mutter. Da deren Tochter eine wichtige Zeugin ist, wird die Kinderpsychologin Freyja hinzugezogen. Mit dieser hatte es sich Huldar im Vorfeld schon gründlich verdorben. Ein weiterer Mord deutet auf den gleichen Täter hin, Verbindungen zwischen den beiden Opfern lassen sich nicht erkennen. Parallel taucht ein weiterer Handlungsstrang um den Amateurfunker Karl auf. Die Ermittlungen sind schwierig, der Druck auf die Ermittler hoch. Über weite Strecken des Thrillers war ich ebenso ahnungslos wie Huldar und sein Team. 


"DNA" lässt sich ähnlich flüssig lesen wie "Sog". Der Spannung konnte ich mich wieder nicht entziehen. Obwohl die Morde an sich nicht im Detail geschildert werden, erscheinen sie auch so schon brutal genug. "Sog" wirkt auf mich einen Tick reifer als "DNA", das sind gute Vorzeichen für den nächsten Sigurðardóttir-Thriller. Für die düstere Jahreszeit waren "DNA" und "Sog" gute Begleiter, doch nun könnte ich mich auch mal wieder etwas hoffnungsvollerer Lektüre widmen.

Samstag, 3. März 2018

Musik: Sam Vance-Law - Homotopia

























Wundervoll.

An dem Veröffentlichungsfreitag surfe ich gerne in der Rubrik "Neuheiten" meines Musikstreaming-Anbieters. Meine Reaktionen auf die Neuigkeiten lassen sich grob in fünf Kategorien einteilen:
  • Ach, X gibt es noch?
  • Och nö, nicht schon wieder was von X!
  • Ui, endlich mal wieder was von X!
  • Kenne ich nicht, allein der Name / das Cover schreckt mich schon ab.
  • Um Gottes Willen, noch irgendein deutsche Rap- / Hip Hop-Clown mit oder ohne Maske.
  • Oh, das könnte interessant sein.
Den Albumtitel "Homotopia" fand ich auf Anhieb smart, das Cover ließ mich gewarnt sein vor allzu  klischeehafter, fröhlicher Disco-Musik. Genau dieser Befürchtung tritt Sam Vance-Law auf seiner Website mit diesen Äußerungen entgegen:
“I’d been frustrated by a few things, particularly the queer / gay music I’d been hearing,” says Sam Vance-Law about the motivation behind his remarkably forthright debut album, HOMOTOPIA. “It seemed to focus on two themes: victimhood and pride. Thematically and musically, that seemed relatively impoverished, and the gay rights movement was moving quickly. Who cottages anymore? Who comes out in middle age? You can watch Paris is Burning and see a whole way of life that simply doesn’t exist anymore. I wanted to capture, through various narratives, some of the gay experience, as it is now, without judgement – so far as I was able – and, perhaps, controversially enough to engender interest in those narratives and ways of being.”

Vance-Law lebt in Berlin. Sicherlich sind bei weitem nicht alle Teile des Landes oder gar der Welt bei diesem geschilderten Reifegrad angekommen. Trotzdem ist es sehr schön, solche Worte zu hören. Und genau diese Stimmung transportiert der Kanadier mit seinem Debüt "Homotopia". Wegen des Wohlklangs und vieler stimmungsvoller Momente fühlte ich mich während der Durchläufe immer wieder an Noah And The Whales "The first day of spring" erinnert. Vance-Laws auf "Homotopia" konservierte Geschichten sollte man sich aufmerksam anhören. Tatsächlich könnte man solche in ein paar Jahren nicht mehr glauben wollen. 

Mit klassischer Musik groß geworden, agiert Vance-Law musikalisch souverän und virtuos. Trotzdem klingt das alles ebenso unbeschwert wie sein Gesang. Selbst orchestrale Passagen erscheinen luftig leicht. Konstantin Gropper als Produzent hat seine Hände im Spiel gehabt. Die Parallelen zu dem einen oder anderen Get Well Soon-Titel sind daher kein Zufall. Neben den ansteckend gut gelaunten Melodien überzeugt vor allem Vance-Laws Stimme. 

Die Liste der guten Titel ist lang: "Prerryboy" und "Faggot" sind meine Favoriten, "Narcissus 2.0", "Gayby" und "I think we should take it fast" sind ebenfalls stark. "Homotopia" ist ein sehr starkes Album. 

Das Video zu "Prettyboy":


"I think we should take it fast":


Live wird Sam Vance-Law zuerst auf einigen Festivals vertreten sein, bevor er im Oktober seine eigene Tour durchführt:
  • 27.04. Erlangen - Unter einem Dach Festival
  • 17.06. Mannheim - Maifeld Derby
  • 31.08. Köln- C/O Pop
  • 29.09. Dortmund - Way Back When Festival
  • 22.10. Leipzig
  • 23.10. München
  • 26.10. Berlin
  • 27.10. Hamburg
"Homotopia" ist:

Freitag, 2. März 2018

Buch: Mitja Vachedin - Engel sprechen Russisch

























Steiflichter statt tiefer Einblicke.

Stereotypen möchten gepflegt oder korrigiert werden. Daher erschien mir "Engel sprechen Russisch" ein guter Weg, aus erster Hand vom Leben eines gebürtigen Russen in Deutschland zu erfahren. Der Autor wurde 1982 in Leningrad geboren, erlebte noch den Niedergang der UdSSR und den Beginn des Kapitalismus in Russland. Später zog er nach Deutschland. 

Mitja Vachedin schildert seine Erlebnisse episodenartig. Wirklich tiefe Einblicke erlaubt er auf dem Weg nicht, aber das Buch gerät dafür sehr kurzweilig. Gerade diese vermeintliche Oberflächlichkeit stellt die Distanz her die man vielleicht benötigt, um die Herausforderungen der ersten gut 30 Jahre in Vachedins Leben zu greifen. Da das Leben in Russland in den 80er und 90er Jahren weit weg von meinem Leben damals war, erscheinen einige Erinnerungen wirklich aus der Zeit gefallen. Der Autor spielt mit der Grenze zwischen Realität und Fiktion. Nicht immer war ich mir sicher, ob es sich gerade wirklich um eine autobiografische Schilderung oder um eine "Story" handelte. Glaubhaft erschienen mir aber selbst die wildesten Geschichten. Da sind wir wieder bei den Stereotypen.

"Engel sprechen Russisch" machte mir vor allem bewusst, in welch aussichtsloser Lage sich viele Russen um die Wendezeit befanden und wie sie das für ihr Leben geprägt hat. Ich hatte mir eine ausführlichere und chronologische Schilderung des Lebens des Autors gewünscht. So wurde ich aber zumindest kurzweilig unterhalten.




Donnerstag, 1. März 2018

Vorhören: David Byrne - American Utopia

David Byrne war die letzten Jahre wirklich nicht untätig, aber das letzte als solches ausgewiesene Solo-Album erschien im Jahr 2004. Da freue ich mich doch auf "American Utopia", welches nächste Woche veröffentlicht wird.

Dort gibt es schon jetzt den Stream.